Lenzburg
Die Kromers haben ihre neue Druckerei

Im Lenzburger Industriegebiet Gexi entstand neben der Hero für 15 Millionen Franken ein Betrieb, in dem 110 Personen arbeiten.

Urs Helbling
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Philipp Kromer, Isabelle Kromer und Andy Amrein beim Durchschneiden des Bandes vor der neuen Druckerei.

Philipp Kromer, Isabelle Kromer und Andy Amrein beim Durchschneiden des Bandes vor der neuen Druckerei.

Urs Helbling

Es ist am Samstag auf den Tag genau zwei Monate her, seit die Angestellten der Kromer Print AG den Betrieb in der neuen Druckerei im Gexi aufgenommen haben. Am Freitag wurde die Anlage offiziell eingeweiht. Mit dabei waren neben Regierungsrat Urs Hofmann der Lenzburger Stadtrat in corpore und sämtliche Kadermitglieder des städtischen Bauamts. «Es ist für Lenzburg wichtig, dass wir den traditionsreichen, verwurzelten Betrieb weiterhin in unserem Bann haben», erklärte Stadtammann Daniel Mosimann. Lenzburg könne stolz sein auf den Namen Kromer und auf die Produkte, die in deren Druckerei hergestellt werden.

8 bis 10 Tonnen Papier pro Tag

Andy Amrein, CEO der Kromer Print AG, gab die Blumen zurück: «Wir haben da faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen in nächster Nähe zur grossen Verkehrsachse.» Die neue Fabrik kostete inklusive der neuen Maschinen und Einrichtungen rund 15 Millionen Franken. Produziert wird an sechs Tagen (ausser Sonntags) rund um die Uhr. «Wir stören im ‹Gexi› niemanden mehr», erklärte Amrein. Die Arbeitsabläufe im Neubau sind wesentlich einfacher und optimierter als in den alten Räumen am Unteren Haldenweg. Pro Tag werden acht bis zehn Tonnen Papier benötigt und pro Jahr 22 Millionen Couverts.

Theo Kromer (M.) konnte neben Regierungsrat Urs Hofmann (r.) den ganzen Stadtrat begrüssen. Im Bild Daniel Mosimann.

Theo Kromer (M.) konnte neben Regierungsrat Urs Hofmann (r.) den ganzen Stadtrat begrüssen. Im Bild Daniel Mosimann.

Urs Helbling

Grosse Lieferbereitschaft

Regierungsrat Urs Hofmann wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Druckerei-Branche «nicht die einfachste ist». Wie schafft es der Lenzburger Betrieb? Unternehmer Theo Kromer, der Chef der Kromer Gruppe, betont die Bedeutung der Lieferbereitschaft innerhalb von 24 Stunden: «Das ist unser grosser Vorteil.» Wichtig sei zudem die durchgängige Viersprachigkeit (Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch). Die Kromers beschäftigen 110 Personen, davon 15 Lehrlinge.

Wichtigste Kunden der Gruppe sind die Hirslanden-Spitäler und die Hotels der Accor-Gruppe (Novotel, Ibis, Mercure). Die Kromers haben auch ein Geschäft im Bereich der Polizei- und Sicherheitstechnik (Scheiben). Theo Kromer repräsentiert die dritte Generation der Unternehmerfamilie. Die neue Druckerei sei das «Haus der 4. Generation». Philipp Kromer ist Leiter des Start-ups «Kromer Promotions AG» und Isabelle Kromer führt die «Kromer Services AG».

Ein Rund-um-die-Uhr-Fitnesszentrum in der alten Fabrik

«Wir sind gottenfroh, dass wir weiter da sein dürfen», erklärte Patron Theo Kromer bei einer Begehung des bisherigen Fabrikkomplexes am Unteren Haldenweg ob dem Widmi-Quartier. Das Gebäude wird in ein Gewerbehaus mit 30 bis 50 Angestellten umgebaut.

Die Skepsis bei einem Teil der Nachbarn war gross. Der Titel des Gewerbehaus-Prospektes zeigt, wo das Konfliktpotenzial liegt: «Arbeiten, wo andere wohnen.» Die Druckerei mit ihrem Rund-um-die-Uhr-Betrieb sorgte für Immissionen. Etwa weil grosse Lastwagen das Papier über den schmalen Unteren Haldenweg anlieferten. Das gibts nun nicht mehr – auch wenn die Kromer Gruppe ihr Kundenlager noch auf absehbare Zeit in den alten Gebäuden haben wird. Theo Kromer sagt, die Anzahl der Zufahrten von 3,5-Tönnern sei seit dem 19. Juni auf die Hälfte gesunken. Und jetzt kämen nur noch ein bis zwei grosse Lastwagen pro Tag.

Die Kromers haben das Haus weitgehend geräumt. In den letzten Wochen wurden 21 Mulden (30 m ³) Material abtransportiert. Nur eine Druckmaschine wurde in den Neubau gezügelt. Die anderen gingen in den Iran, nach Rumänien, Mexico und Panama.

Die ersten Firmen sind bereits ins «Kromer Haus» gezogen. Etwa ein Yoga-Studio. Bis das CrossFit-Studio eröffnet wird, dauert es noch einige Woche. Der Fitnessbetrieb wird 24 Stunden geöffnet sein. Dagegen hatten Anwohner Einsprachen eingereicht. Diese sind aber alle erledigt. Nachts sollen die Sportler ihre Autos in der Tiefgarage parkieren, die im ehemaligen Kromer-Lagerkeller entsteht.

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