«Die Kreisschule Chestenberg ist eine kleine KMU», sagt Monika Müller. Sie präsidiert die Schulpflege seit Gründung der Kreisschule Anfang 2018. Damals schlossen sich die drei Chestenberg-Gemeinden Brunegg, Holderbank und Möriken-Wildegg zur Kreisschule Chestenberg zusammen. An vier Standorten unterrichten heute rund 120 Lehrpersonen über 800 Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen.

Hinter Müller und ihren vier Kolleginnen und Kollegen von der Kreisschulpflege liegt eine arbeitsintensive Zeit. Die vier Schulen Möriken, Wildegg, Brunegg und Holderbank zu vernetzen, verlangte mehr als nur ein gemeinsames Vertragswerk der drei Gemeinden. «Es musste unglaublich viel kommuniziert, organisiert und bearbeitet werden», sagt Müller. Die Schulpflege habe sich bei der organisatorischen Zusammenführung der vier Standorte von einer Fachperson begleiten lassen. «Wir sind gut unterwegs», bilanziert Monika Müller.

Jetzt wird der «Chestenberg»-Geist sichtbar: Am nächsten Wochenende feiert die Kreisschule das erste gemeinsame Jugendfest. Das Motto: «Verkehrte Welt». Auch dieses Jahr setzt die Jugendfestkommission auf den weissen Umzug: Die Mädchen in weissen Röckli mit Blumenchränzli und Biedermeiersträusschen, die Jungs tragen ein weisses Hemd und eine orangenfarbene Ansteckblume.

Massiver Ausbau der Schulleitung

Der zentrale Festplatz ist bei der Schulanlage in Möriken. Zum gemeinsamen Umzug am Samstagmorgen wird beim Bahnhof Wildegg gestartet. In den Dörfern Brunegg und Holderbank finden am Freitagabend kleinere Anlässe statt.

Ab dem neuen Schuljahr soll zudem ein Logo die Kreisschule nach Aussen einen: Als Sujet wurde der Chestenberg gewählt, eingebettet in zwei Halbkreise. Die Ideen dazu haben Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen geliefert. Daraus hat ein Grafiker das Sujet erarbeitet.

Die Präsidentin der Kreisschulpflege ist selbstständige diplomierte Immobilientreuhänderin. Sie wohnt mit ihrer Familie in Möriken. Ihre Zwillinge gehen hier zur Schule. Das weckt Erinnerungen: Müller hat ihre Kindheit ebenfalls in Möriken verbracht, ist später für einige Jahre weggezogen. Die 44-Jährige lacht. «Ich bin wieder zurückgekommen, weil es hier einfach am schönsten ist», wirbt sie für ihren Wohnort. Ihr liege das Dorf am Herzen. Dass sie sich an dessen Zukunftsgestaltung beteiligt, sei eine logische Folge davon, erklärt sie ihr Engagement in der Kreisschulpflege.

Die Probleme, welche mit dem Zusammenführen der Schulen Brunegg, Holderbank und Möriken-Wildegg verbunden sind, betrachtet die Unternehmerin, ohne grosse Worte zu verlieren, als Challenge. «Der Aufwand ist gross. Doch es geht voran. Wir machen nun einen weiteren Schritt in Richtung Professionalisierung.» Die Weichen dazu wurden an der letzten Mörkner Gemeindeversammlung am 14. Juni gelegt. Sie habe sich riesig gefreut über den klaren Volksentscheid, die Schulleitung um 85 Prozent auszubauen, sagt Monika Müller. «Die aktuell 280 Stellenprozente reichten nirgendwo hin.» Dass das Ressourcendefizit in den vergangenen Zeit nicht ein grösseres Ausmass angenommen habe, sei einzig den bestehenden Schulleitungen zu verdanken. «Sie haben unglaublich viel aufgefangen.»

Nun freut sich die Präsidentin der Kreisschulpflege auf das erste gemeinsame Jugendfest: «Es ist toll, wie viele helfende Hände aus allen drei Gemeinden sich für das Jugendfest einsetzen. Allen ein Dankeschön. Unseren Kindern wünsche ich viele fröhliche Momente in unserer ‹verkehrten Welt›.»