Lenzburg

Die Kletterhalle ist wieder offen – und begeistert mit einem neuen Aussehen

Klettern und Bouldern in Lenzburg wieder möglich

Die Kletter- und Boulderhalle Kraftreaktor in Lenzburg hat wieder geöffnet. Sie wurde während des Lockdowns erneuert. Im Video zeigt Kletterin Desirée ihr Boulder-Können.

Das Team um Franziska und Marco Toretti erneuerte den Kraftreaktor Lenzburg innert 55 Coronatagen komplett. Kurzarbeit mussten die Angestellten während dem Lockdown kaum machen. Das Ergebnis der Arbeiten kann man jetzt bestaunen.

Seit Montag können sich die Sportbegeisterten in Lenzburg endlich auch wieder senkrecht im Raum bewegen: Die Kletter- und Boulderhalle Kraftreaktor, der grosse rote Quader, der schon von der A1 aus nicht zu verkennen ist, hat wieder geöffnet. Natürlich gibt es auch hier Einschränkungen, zum Beispiel dürfen nicht mehr als 150 Leute gleichzeitig in der Halle sein.

Doch das stört die Kletterer nicht. Die meisten merken es kaum, so mehr staunen sie über das, was während der Coronazeit entstanden ist. Von dem guten Dutzend Angestellten brauchte kaum einer Kurzarbeit. Stattdessen wurden sie zu Schraubern, Malern und Zimmerleuten umgeschult. Das Resultat: Der Kraftreaktor wurde generalüberholt, strahlt in neuen Farben, neuem LED-Licht und weist ein paar spezielle Überraschungen auf. Es stimmt: Ohne Corona wäre das kaum möglich gewesen.

Als Corona im Tessin ankam, kaufte er Farben

«Die Vision hatte ich schon seit etwa anderthalb Jahren», sagt Marco Toretti, der den Kraftreaktor zusammen mit seiner Frau Franziska seit August 2018 führt. «Wir hatten die Umbaupläne längst fertig. Aber vor allem für die Neubeschichtung der Kletterwände hätten wir die Halle zwei Monate schliessen müssen, das wäre kaum möglich gewesen.» Als erste Coronameldungen aus dem Tessin kamen, sah Marco Toretti die Zeit gekommen. «Ich setzte mich sofort mit den Farbherstellern in Verbindung und stellte sicher, dass wir alles bereit hatten, falls ein Lockdown käme.»

Drei Wochen später war es so weit. Toretti lacht, als er erzählt: «Wir haben ein geniales Team. Alle, die konnten, packten mit an. Leute vom Verkauf hingen plötzlich in der Wand und schraubten die Griffe ab, jemand aus dem Büroteam sortierte die Schrauben, Kursleiter lernten, wie man Böden und Wände richtig streicht. Für mich war es der beste Teambildungsevent, den ich mir vorstellen könnte.»

Neue Wettkampfwand für Boulderer im Eingang

Die grösste Neuerung befindet sich beim Eingang, wo bis im März noch ein Kinderboulderbereich die Kleinsten zum Hangeln einlud. «Der Bereich wurde wenig genutzt. Ausserdem wollen wir kein Spielplatz sein, sondern bieten für Kinder viele Kletterrouten, wo ihre Eltern sie sichern können», so Toretti. «Im Eingangsbereich haben wir neu eine Wettkampf-Boulderwand gebaut.

Das hätten wir auch ohne Corona im Mai gemacht.» Ein unscheinbares aber schönes Detail: «Die Sitzbank davor haben wir aus der alten Kletterwand gebaut, die schon 1996 im Rolling Rock in Aarau gestanden hat und 2006 hierher gezügelt wurde.» Und auch die Designerkronleuchter wurden behalten und erstrahlen nun in LED-Licht viel heller als zuvor.

Seit die Haupthalle 2006 erbaut und 2012 durch Boulder- und Kurshalle ergänzt wurde, gab es nie grosse Umbauten. Jetzt wurde alles erneuert. «Wir haben teilweise sieben Tage die Woche gearbeitet und sind gerade so am Sonntagabend fertig geworden, bevor wir am Montag aufmachen konnten.» Doch das Sahnehäubchen kommt noch: «Im Juli folgt ein Kletterturm mitten in der Haupthalle, durch den wir zu den bisherigen 28 Seilplätzen 10 bis 12 zusätzliche schaffen können.» Im Moment dürfen sie noch kein Einweihungsfest veranstalten. «Aber es wird auf jeden Fall eines geben, auch wenn das erst gegen Ende Jahr sein sollte», verspricht Toretti.

Infos zur Kletter- und Boulderhalle auf www.kraftreaktor.ch

Meistgesehen

Artboard 1