In Form von Spielen würden die Menschen seit jeher miteinander kommunizieren, sagte Marianne Horner, Gemeinderätin und OK-Präsidentin, an der Eröffnungsfeier des alle vier Jahre stattfindenden Jugendfestes. Das Spiel definiere sich dabei über den Umgang mit Regeln, sorge gleichzeitig aber auch für Vergnügen, Entspannung und Freude.

Es war dieses rücksichtsvolle Miteinander, das am Samstag unter dem Motto Spielrausch eine familiäre Atmosphäre am Ammerswiler Jugendfest schuf. Als Festredner an der Eröffnungsfeier hatten die Organisatoren den Slam-Poeten Kilian Ziegler aus dem solothurnischen Trimbach eingeladen. Mit anekdotisch-fantastischen Wortspielereien unterhielt er die Gäste im grossen Festzelt.

Keine typische Festrede

Der Wortakrobat machte darauf aufmerksam, dass er keine typische Festrede nach Ammerswil mitgebracht habe. Trotzdem oder gerade deshalb war er der ideale Gast für das Jugendfest. In Kilian Ziegler fanden die Kinder, die vor der Bühne Platz genommen hatten, einen Verbündeten, ein Lachventil gegen die Regeln des Schulalltags. In seinem ersten Vortrag machte er das wohl unwegsamste Gelände im ganzen Schulhaus zum Thema: Das Lehrerzimmer.

Ziegler beschrieb einen chaotischen Aufstand von Schulkindern gegen die Lehrerschaft und sorgte dafür, dass sich im Festzelt Lehrer und Schüler gemeinsam vergnügten. «Kinder», so Ziegler nach dem Auftritt, «sind das kritischste Publikum überhaupt. Wenn ihnen etwas nicht passt, zeigen sie das sofort an.» Deshalb sei er vor dem Auftritt auch etwas nervös gewesen und jetzt froh, dass alles gut gegangen sei.

Auch die Ammerswiler Schüler und die Kinder des Kindergartens eroberten an der Eröffnungsfeier die Bühne mit zahlreichen musikalischen und theatralischen Vorführungen. Danach wurde unter lautem Jubelgeschrei die grosse Rutschbahn hinter dem Festzelt eröffnet. Dieses Spielvergnügen wurde ermöglicht durch einen Beitrag des Frauenvereins, der sich im letzten Jahr aufgelöst und sein Restvermögen der Gehrig-Stiftung vermacht hatte.

An der Schlussfeier um 17.15 durfte Schulleiterin Mary Brunnschweiler drei Fünftklässler von der Schule verabschieden. Janik Schlatter, Mirjam Matile und Jasmine Keller werden fortan die Oberstufe der Regionalschule in Lenzburg besuchen. Verabschiedet wurden weiter vier Lehrerinnen, wobei die Nachfolgerinnen gleich im Anschluss begrüsst werden konnten.

Schulleiterin sagt Lebewohl

Auch für Mary Brunnschweiler selbst hiess es Lebewohl sagen. Fünf Jahre lang war sie Schulleiterin in Ammerswil. Ihr Nachfolger wird Edgar Kohler, der gleichzeitig das Schulhaus Lenzhard in Lenzburg als Schulleiter führen wird.

Myrtha Dössegger, Schulpflegepräsidentin der Regionalschule Lenzburg, lobte die abtretende Schulleiterin für ihr grosses Engagement. «Mary Brunnschweiler hat sich stets klar und deutlich für die Ansprüche der Schule Ammerswil innerhalb der Schulpflege eingesetzt.»