Lenzburg
Die Kadetten setzen auf Frauenpower und siegen

Auch unter dem neuen General Stephano il Notaio ex Pralino ist die Eroberung der Stadt Lenzburg erneut gescheitert. Beim diesjährigen Freischarenmanöver zwangen die Kadetten ein weiteres Mal die Freischaren zur Kapitulation.

Peter Siegrist ( Text und Fotos) und Pascal Meier (Video)
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Vollmundiger ging es nicht: «Unser Sieg ist nur noch Formsache», verkündete der neue Freischarengeneral Stephano il Notaio ex Pralino noch knapp ein Woche vor dem entscheidenden Gefecht gegen die Lenzburger Kadetten. Selbst der stadtbekannte Landschreiber schien die Mär zu glauben und setzte sich in Siegerpose in einen Jeep. Notabene ein Pannenfahrzeug, wie sich im Verlauf des Gefechts zeigte.

Freischarenmanöver Lenzburg Bilder: Peter Siegrist
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Kadetten siegen im Freischarenmanöver Lenzburg 2012
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Freischarenmanöver Lenzburg Bilder: Peter Siegrist

Auch am Frühschoppen im Rathaus verkündeten Abgesandte der Freischaren vor versammelten Honorationen der Stadt ihren bevorstehenden Sieg. Das Korps sei grösser denn je, 580 Frauen und Männer zähle der General zu den Seinen. Dazu als Geheimwaffe, setze die Generalität ein erstes Mal die Meitli aus Fahrwangen und Meisterschwanden mit ihren Graskörben ein. «Die werden die Kadetten auf dem Gefechstfeld einfach einsammeln.»

Selbst die hohe Regierung in Aarau sei auf der Seite der Freischaren, rief der General beim Antreten seinen flotten Kämpfern zu: «Die Regierung hat uns die Frau Landammann Susanne Hochuli hoch zu Pferd zur Unterstützung abdelegiert.»

Freischarer merkten nichts

Nur die Kadetten beeindruckte die Grosssprecherei offensichtlich nicht. Sie exerzierten mit über 270 Mädchen und Knaben und das war besonders geschickt, fast schon eine Kriegslist: Sie legten den Hauptmannssäbel und damit die Verantwortung in die Hände einer jungen Frau: Phoebe Cueni, die Hauptfrau.

Während sich die Kadetten bereits in die wohlvorbereiteten Stellungen rund um den Goffersberg legten, defilierten die Freischaren noch durchs Städtchen und merkten nicht, was für taktische Nachteile sie sich damit einhandelten.

Burg brannte lichterloh

Kaum donnerten die Kanonen, so stürmten die Kadetten aus den Wäldern und zwangen die Freischaren zum raschen Rückzug zur heimischen Burg auf der Schützenmatte.
Das Rückzugsgefecht war nach mehreren Ausbruchversuchen seitens der Freischaren bald beendet, die Burg brannte lichterloh und der Freischaren General gestand die Niederlage ein. Er überreichte der Hauptfrau seinen Säbel und den Kadetten den Kriegsschatz.

Aufgeben wollen sie allerdings nicht. Bereits planen sie, so war zu vernehmen, den politischen Kampf; sie wollen einen aus ihren Reihen als Stadtammann portieren.

Die Lenzburger und mit ihnen Tausende von Besuchern kamen ein weiteres Mal in den Genuss eines spektakulären Landschaftstheaters im ganz grossen Stil. 2014 ertönt dann erneut der Schlachtruf der Freischaren: «Hono Lulu».

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