Versteigerung

Die Jäger zog es nach Hallwil: Maschinen, Werkzeuge und vieles mehr landete unter dem Hammer

Max Boesch liess am Samstag massive Maschinen und Werkzeuge, aber auch Geräte für den Haushalt versteigern.

Jagdzeit ist nicht nur in den Wäldern. Und wenn sie sogar aus dem Bünderland ins Unterland reisen, muss da etwas los sein. Nicht Hochwild: Schnäppchen! Und das in Hallwil, wo Max Boesch das Inventar seiner grossen mechanischen Werkstatt versteigern lässt.

Bereits eine Stunde vor dem Versteigerungsstart kann man die Objekte der Begierde begutachten, mit Auge und Hand und Nase. Da sind gröbere Maschinen darunter wie Drehbänke, Drehautomaten, Fräsen, Sägen und Schleifmaschinen. Hanspeter Kessler aus Schiers GR musste früh raus. Konkrete Dinge haben er, sein Sohn und ein Kollege nicht im Auge: «Mal schauen. Ein schöner Ausflug ists auf jeden Fall.»

Seit sechs Jahren am «Ausplampen»

Seit 1981 führt Max Boesch, 73, die Firma Zefitech AG. «Ein weinendes Auge ist auch dabei», sagt er zur Versteigerung. In den besten Zeiten hatte er vier Mitarbeitende, davon eine im Vollpensum. Seit 2013/14 sei er am «Ausplampen», mache keine Werbung mehr. Und nun ist Schluss. Was aus dem Betrieb wird, ist bereits sehr konkret: Abreissen. Dann soll eine Tankstelle mit Shop gebaut werden, sagt Boesch.

Ist die Baubewilligung da, werden auch noch Dinge wie Hubstapler, Container, Aufzug, Eisentreppe verkauft. Fürs kleine Portemonnaie gibts die Fixpreisschnäppchen: Zangen, Schlüssel, Schraubenzieher für einen oder zwei Franken. Im Untergeschoss stehen die grossen Maschinen, aber auch massive Schubladenstöcke. «Für die Ewigkeit gebaut», sagt Franz Achermann aus Entlebuch.

Der Bauer ist mit Sohn Samuel (20), Polymechaniker im Seetal, und dessen Freundin da. Eine Werkbank für die Werkstatt? Werkzeuge? Fachsimpeln ist Trumpf. Christian Boesch (35), Sohn von Max und Ursula, zeigt die zu versteigernden Objekte. Warum übernimmt er den Laden nicht? «Man müsste ziemlich investieren.» Ihm ist wohler als Leiter Montage in einem Maschinenbaubetrieb.

Der Gantrufer lockt mit lockeren Sprüchen

Gantrufer Bruno Furrer aus Mosen redet sich ins Element, klopft lockere Sprüche. Der Franken soll schliesslich auch locker sitzen. Ein Kleinkompressor wird zum Herzschrittmacher, und zu einer Poliermaschine meint er: «Du musst nie mehr zum Zahnarzt, wenn du eine solche hast!» Ein Diaprojektor geht für zwei Franken weg, ebenso ein Wagenheber. Ein Wasserstaubsauger wechselt für 45 Franken den Besitzer. Schnäppchen noch und nöcher, Racletteöfeli, Popcornmaschine, Plotter, Kopiergerät.

Nicht überboten werden zwei im Vorfeld abgegebene Gebote: 40000 Franken für ein umfassendes Schraubenlager (Wert gemäss Max Boesch 120000) und ein Rasentraktor für 1500 Franken. Ein grosser Transportanhänger wechselt für 200 Franken die Hand. Und Samuel Achermann? Er hat sich für 30 Franken einen Maschinenschraubstock und einen Rätschensatz für 15 Franken ersteigert.

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