Brunegg
Die innovativsten Bauern aus dem Aargau wurden gekürt

Am Buuresuuntig in Brunegg wurden am Sonntag Bauern ausgezeichnet, die mit besonderen Ideen die Zukunft ihrer Betriebe zu sichern versuchen. Preise gab es von den Landwirtschaftlichen Organisationen sowie einen Publikumspreis von den AZ Medien.

Toni Widmer
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AZ-Chefredaktor Christian Dorer und Vizechefredaktor Werner De Schepper bei der Übergabe des Publikumspreises an die Anja Maag und Thomas Baumann aus Suhr. Foto: Toni Widmer

AZ-Chefredaktor Christian Dorer und Vizechefredaktor Werner De Schepper bei der Übergabe des Publikumspreises an die Anja Maag und Thomas Baumann aus Suhr. Foto: Toni Widmer

AZ

"Der Bauer frisst keineswegs nur das, was er kennt. Der Bauer produziert - und isst deshalb auch - viel mehr, als der Volksmund überhaupt kennt. Die Vielfalt an regionalen Produkten ist eine der Stärken unserer Landwirtschaft", sagte Regierungsrat Roland Brogli. Bauer, so der Finanzdirektor, seien innovativ. Er kenne sie als vorwärtsschauende und unternehmerisch handelnde Berufsleute. "Viele Aargauer Bauernbetriebe probieren etwas aus, gehen neue Wege und zeigen in einem sich schnell wandelnden Umfeld Mut."

Der legendäre Bundesrat Ruedi Minger habe einmal gesagt: "Nur wer mit der Zeit zu marschieren versteht, wird seine Stellung behaupten können." Minger, gab sich Brogli überzeugt, wäre stolz auf die Aargauer Bäuerinnen und Bauern.

Martin Schmutz, Direktor Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, verglich die Bauern sogar mit James Bond: "Dauernd in Bewegung, dauernd auf Trab." Aber, mahnte er die versammelten Landwirte: "Nur immer Gring abe und chrampfe bringt es nicht. Geniessen Sie auch die schönen Momente wie den heutigen Buuresuuntig."

Herr Q, fuhr Schmutz weiter, sei der Tüftler und Erfinder von James Bond. Die Q-Zahl (zu Deutsch: Kuh-Zahl) in der Aargauer Landwirtschaft sei deutlich imposanter. Immerhin stünden davon 35 200 Stück in den Aargauer Ställen. Für die Innovationen, die Tüftlereien, die innovativen Verbesserungen seien die Bauern selber verantwortlich. Und, lobte Schmutz: "Sie machen das hervorragend."

Bauern packen die Zukunft an

Ein Beispiel dafür seien die Innovationen, für welche am heutigen Tag verschiedene Bauernfamilien ausgezeichnet würden. Die Projekte seien von einer kompetenten Jury aus Fachleuten der Aargauischen Landwirtschaftlichen Kreditkasse, des Bauernverbandes Aargau, der Landfrauen und des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg sowie dem Medienpartner AZ Medien bewertet worden. Neun Projekt wurden eingereicht, sieben erfüllten die Anforderungen.

Den Publikumspreis der AZ Medien erhielt Thomas Baumann aus Suhr. Der Bio-Landwirt verkauft Geisskäse und Gemüse, daneben baut er Leinen an. Jetzt will er auf seinem Hof auch Karpfen züchten. Der Teich ist bereits gebaut, jetzt muss sich aber vorerst die Bepflanzung entwickeln. Denn die Karfen sollen sich ausschliesslich auf natürliche Weise von Pflanzen und Insekten ernähren können.

Der Innovations- und Förderpreise der Landwirtschaft ging nach Kaisten und Oberflasch. Dort haben sich die Familien Jegge und Di Giovanna (Kaisten) sowie die Familie Stadler (Oberflachs) auf Bio-Tafeltrauben spezialisiert. Dank der Zusammenarbeit von drei Betrieben kann die Ernte ideal gestaffelt werden. Von Mitte August bis Anfang November werden frische Trauben angeboten.

Der erste Preis des Innovations- und Förderpreises der Landwirtschaft ist mit 6000 Franken dotiert. Für den Publikumspreis gab es von den AZ-Medien ein iPad und ein Jahresabo der Aargauer Zeitung. 4200 Juser haben beim Publikumspreis gevotet. Der Ausgang war knapp. Bei der Preisübergabe verglich Chefredaktor Christian Dorer die Landwirtschaft mit der Zeitungsbranche: "Auch wir können nicht mehr so arbeiten, wie wir das über Jahrzehnte gemacht haben. Auch bei uns sind Innovationen gefragt", sagte er