Die Hauptstrasse K395 in Brunegg muss dringend saniert werden. Der Belag ist über 40 Jahre alt, die Randabschlüsse sind schadhaft. Diffuse Dorfeingänge und fehlende Trottoirs beeinträchtigen die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Im Weiteren besteht Sanierungs- und Ausbaubedarf bei den Werkleitungen.

Unter Berücksichtigung des Ortsbildes wurde von einer Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit Fachstellen des Kantons und dem Gemeinderat ein Betriebs- und Gestaltungskonzept erarbeitet, das der Bevölkerung am gut besuchten Politapéro vorgestellt wurde.

Dorfbild soll erhalten bleiben

Der Kreisingenieur Giuliano Sabato vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) stellte die Zielsetzungen und die vorgesehenen Massnahmen vor. Hauptziel sei es, die Siedlungsverträglichkeit zu verbessern, ohne das Dorfbild zu beeinträchtigen. Als weiteres Ziel erwähnte er die Erhöhung der Verkehrssicherheit und die Verminderung der Lärmbelastung.

Eine der Massnahmen zur Erreichung dieser Ziele ist der lang gehegte Wunsch der Brunegger Bevölkerung nach durchgehenden Trottoirs. Sichere Querungen und Verlangsamung des motorisierten Verkehrs durch bauliche Massnahmen, unter anderem durch eine Neugestaltung der Ortseingänge, sind ebenfalls geplant. Der häufig geäusserten Klage über die Lärmbelastung soll mit einem lärmoptimierten Belag Rechnung getragen werden.

Der Projektperimeter umfasst die ganze Hauptstrasse von Dorfgrenze zu Dorfgrenze.

Architekt Walter Tschudin erläuterte die einzelnen Schwerpunkte des Bauprojektes, angefangen vom Knoten Mörikerfeld quer durch das Dorf bis zum Knoten Bifang.

Beim Knoten Mörikerfeld wird die Hauptverkehrsrichtung von Othmarsingen nach Möriken sein, während für die Weiterfahrt nach Brunegg ein Abbiegen nötig wird. Die 50er-Tafel wird in Richtung Othmarsingen verschoben.

Auf dem Park- und Vorplatz zum Restaurant «Drei Sterne» werden neue Bäume als Gestaltungselement gepflanzt, gleichzeitig wird der Schulweg durch einen Fussgängerstreifen gesichert. In der Dorfmitte wird eine zentrale Bushaltestelle mit zwei Bushäuschen und einer grosszügigen Beleuchtung eingerichtet. Beim Knoten Winkelstrasse/Feldstrasse wird die Fahrbahn durch dunkle Seitenstreifen optisch verengt, durchgehende Trottoirs erhöhen die Sicherheit der Fussgänger.

Beim Knoten Erschliessung Bifang beim Dorfausgang Richtung Birr schliesslich soll mit einem Kreisel der Dorfeingang markiert werden. Gleichzeitig entsteht ein neuer Fuss- und Veloweg in Richtung Birrfeld.

Erneuerung der Werkleitungen

Damit die frisch sanierte Strasse nicht nach kurzer Zeit wieder aufgebrochen werden muss, sollen gleichzeitig die Wasserleitungen und die Kanalisation samt Hausanschlüssen saniert werden. «Es macht Sinn, mit der Strassensanierung auch die Werkleitungen zu sanieren», sagte Marcel Schlegel von der Porta AG. Dabei werden die alten Graugussrohre auf einer Länge von rund 1100 Metern durch moderne Kunststoffrohre ersetzt. Der Abschnitt der Kanalisation zwischen Sandhübelstrasse und Feldstrasse wird mittels Inliner-Verfahren saniert.

Wenn alles glatt läuft, sollte die Strassen- und Werkleitungssanierung im Jahre 2015 realisiert werden können.

4,8 Millionen zulasten Gemeinde

Die Gesamtkosten des Strassenbauprojektes, bei dem der Kanton die Federführung hat, belaufen sich auf 5,32 Mio. Franken; davon entfallen knapp 2,8 Mio. Franken auf die Gemeinde. Beim Werkleitungsbauprojekt hingegen ist die Gemeinde federführend. Hier belaufen sich die Kosten auf knapp 2 Mio. Franken.

Feldstrasse gehört neu der Gemeinde

Vom Strassenbauprojekt nicht betroffen ist die vom Kanton an die Gemeinde abgetreten wird.

Die Feldstrasse in Brunegg, die von der Hauptstrasse und unter der SBB-Linie hindurch zum Kreisel bei der Vianco-Arena führt, ist eine Kantonsstrasse und kann deshalb weder mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung unter 50 km/h noch mit einem Lastwagenverbot belegt werden. Dies soll sich nun ändern, da die Feldstrasse in den Besitz der Gemeinde übergeht und damit herabgestuft wird. Brunegg übernimmt die Strasse im aktuellen Zustand, also ohne Sanierungen, und erhält dafür vom Kanton eine Entschädigung von 477’000 Franken. Falls die Gemeinde später einen lärmoptimierten Belag einbaut, erhält sie weitere 8500 Franken.

Zu den kurzfristig umsetzbaren Massnahmen gehört die Eintragung im Grundbuch; dafür ist der Kanton zuständig. Sobald dieser Eintrag erfolgt ist, kann die Gemeinde Tempo 30 verfügen und ein Lastwagenverbot ab Industriestrasse einführen. Davon ausgenommen werden die Firma Brunex sowie der Regionalbus.

Längerfristig wird die Sanierung der Feldstrasse an die Hand genommen; eine entsprechende Projektierung mit Trottoir und lärmoptimiertem Belag ist für 2014 vorgesehen.