Region Lenzburg
Die grosse Zivilschutzfusion bringt tiefere Kosten

13 Gemeinden aus bisher 4 verschiedenen Zivilschutzorganisationen schliessen sich im Jahr 2014 zusammen. Die neue, fusionierte Organisation wird die Gemeinden massiv billiger zu stehen kommen.

Fritz Thut
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Die ZSO Lenzburg 2007 beim Treppenbau auf dem Chestenberg.hf

Die ZSO Lenzburg 2007 beim Treppenbau auf dem Chestenberg.hf

Auch im Bevölkerungsschutz ist der Druck zu mehr Effizienz und Sparen zu spüren. Wegen Vorgaben von Kanton und Bund wollen sich 13 Gemeinden per Anfang 2014 zur neuen Zivilschutzorganisation (ZSO) Region Lenzburg zusammenschliessen. Die Stadt Lenzburg übernimmt auch gleich die Leitfunktion.

Stadträtin Franziska Möhl, die die vorbereitende Kommission präsidiert hatte, nannte an einer Medienkonferenz die von der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz (AMB) vermittelten Auflagen zu grösseren geografischen Gebilden und die Personalsituation als Auslöser der Fusions-Diskussion: «Es wird immer schwieriger, Kaderangehörige zu rekrutieren.»

Mit den benachbarten Zivilschutzorganisationen (ZSO) Lotten und Maiengrün fand man schnell passende Partner. Nach einer Kick-off-Sitzung im Januar wurde man sich in den Grundsätzen schnell einig. Diese beiden Organisationen waren zu klein, um langfristig bestehen zu können und aus verschiedenen Gründen lag es nahe, sich Lenzburg anzuschliessen.

Maiengrün wird aufgeteilt

«Wir hatten zuerst auch Richtung Gränichen und Wynental sondiert», blickte der Rupperswiler Vizeammann Kurt Rölli als Präsident der ZSO Lotten zurück: «Doch gaben schliesslich geografische Argumente den Ausschlag für Lenzburg.» Neben den angeschlossenen Gemeinden Hunzenschwil, Rupperswil und Schafisheim wird aus dieser Region auch Auenstein (bisher ZSO Schenkenbergertal) zur neuen ZSO Region Lenzburg stossen. Die Auensteiner haben mit Rupperswil eine gemeinsame Feuerwehr und die Kongruenz der Blaulichtorganisationen ist ein Hauptziel der Fusion. Von Auenstein wird der definitive Entscheid des Gemeinderates noch bis Ende September erwartet.

Bei der ZSO Maiengrün werden die nach dem Weggang von Mägenwil verbleibenden fünf Gemeinden aufgeteilt: Brunegg, Othmarsingen und Hendschiken kommen zu Lenzburg; Dottikon und Hägglingen schliessen sich neu der ZSO Wohlen an. Dies bedingt dort eine Anpassung der Satzungen, was für die bisherigen Maiengrün-Verantwortlichen zu einem veritablen Sitzungsmarathon führte.

Für die neue Organisation der Region Lenzburg hat man als Rahmen einen Gemeindevertrag gewählt. «So braucht es keine neue Strukturen und die Rechnung kann durch die Stadt Lenzburg geführt werden», so Stadträtin Möhl.

Über den Vertrag werden die Legislativen der angeschlossenen 13 Gemeinden diesen Spätherbst zu entscheiden haben: In 12 Gemeinden ist er an der Budgetgemeindeversammlung traktandiert; in Lenzburg entscheidet der Einwohnerrat an der Sitzung vom 6. Dezember darüber.

Vier Anlagen künftig «inaktiv»

Welche der bisherigen Anlagen weiter betrieben werden sollen, war bei den Verhandlungen «die Gretchenfrage», so Möhl. Gemeinsam betrieben werden Lenzburg Lenzhard, Hunzenschwil Poststrasse und Othmarsingen Waldrüti. Zu sogenannt inaktiven Anlagen werden Lenzburg Neuhof, Niederlenz Rössligasse, Staufen Lindenplatz und Schafisheim Schulstrasse.

Mit diesen Stilllegungen und der Einsparung von zwei Unterstützungszügen bei einem Personalbestand von total 370 Aktiven wird die neue Organisation die Gemeinden massiv billiger zu stehen kommen. Man rechnet mit rund 14 Franken pro Einwohner; als Vergleich: Lenzburg bisher 19,40 Franken.