Jetzt ist die Zusammenarbeit der 22 politischen Gemeinden mit der Regionalpolizei Lenzburg auch rechtskräftig unter Dach und Fach: gestern Abend setzten die Gemeindevertreter im Beisein des kantonalen Polizeidirektors Urs Hofmann im feierlichen Rahmen im Burghaldenhaus ihre Unterschrift unter das Vertragswerk. Operativ tätig ist die um die neun Gemeinden der früheren Regionalpolizei Seetal erweiterte Regionalpolizei Lenzburg bereits seit dem 1. Januar 2015 (die az berichtete verschiedentlich darüber).

Ein gemeinsamer Haushalt mache eine Organisation einfacher, sagte Landammann Urs Hofmann, die Belastung für die einzelnen Personen werde dadurch verringert. Und mit Blick auf die Gemeinde Leutwil, die erst gestern zur Repol Lenzburg gestossen ist, meinte Hofmann, man habe den pragmatischen Weg gewählt für die lokale Sicherheit. Tatsächlich war noch während der Unterzeichnungsfeierlichkeiten eine ausserordentliche Repol-Sitzung zur Angliederung Leutwils traktandiert worden.

Leutwiler im Herzen Seetaler

Der Grund lag darin, dass die Leutwiler erst an ihrer Wintergmeind im vergangenen November über den Beitritt zur Regionalpolizei Lenzburg abgestimmt hatten. Bisher hatte die Kantonspolizei im Ort für Sicherheit gesorgt. Die Gründe für diesen Wechsel seien vielschichtig, erklärt Gemeindeammann Walter Scheurer. «Die Ansprüche der Gemeinde an die Sicherheit sind gestiegen.» Man möchte die Polizei im Dorf besser wahrnehmen. Doch habe sich die Polizeilandschaft im Aargau in den vergangenen Jahren generell verändert. So hätte Leutwil für einen Verbleib bei der Kapo tiefer in die Tasche greifen müssen. Nicht so bei der Repol Lenzburg. Im Gegenteil. «Das Angebot von Lenzburg ist sehr preiswert», lobt der Gemeindeammann. Zwar hätte Leutwil als weitere Alternative auch einen Beitritt zur Regionalpolizei aargau Süd ins Auge fassen können. Doch scheint dies kein Thema gewesen zu sein. Dazu sagt Walter Scheurer: «Politisch gehören wir zwar zu Kulm, doch im Herzen sind wir Leutwiler Seetaler.» Zudem würde ein Einwohner bei der Repol Lenzburg arbeiten, was diesen Entscheid zusätzlich begünstigt habe.

Man könne nun gestärkt in die Zukunft starten, sagte Repol-Chef Ferdinand Bürgi und bilanzierte die schon vor dem Zusammenschluss anhaltende Kooperation der Lenzburger mit den Seetalern. «Die vermehrten Polizeipatrouillen und Quartierkontrollen haben zur Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls in der Öffentlichkeit beigetragen.» Die vielen positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung würden dies bestätigen, freut sich Bürgi.

Die Repol Lenzburg mit ihrem Aussenposten Seengen hat die Gemeinde Leutwil trotz des bisher vertragslosen Zustands bereits seit Anfang Jahr bedient. Dort äussert man sich zufrieden mit der bisherigen Arbeit. «Ich habe die Polizei schon sehr gut wahrgenommen», sagt Scheurer. Der fusionierten Regionalpolizei Lenzburg gehören derzeit 24 Polizisten und 3 Zivilangestellte an. Sie sorgen für die Sicherheit von rund 54 000 Einwohnern.