Die Stiftung Schlossdomäne Wildegg pflegt das Andenken an die Familie von Effinger auf dem Schloss. Doch nicht nur. Zu ihrem Verantwortungsbereich gehört nämlich auch die Pflege der Grablege der ehemaligen Schlossbesitzer. Die letzten Ruhestätten der von Effinger befinden sich bei der Holderbanker Pfarrkirche.

Die Witterungseinflüsse haben den Grabmälern in den mehr als 100 Jahren zugesetzt. Bei einem Augenschein im Herbst 2013 wurden erhebliche Schäden in Form von Abplatzungen und Rissen im Steinmaterial festgestellt. Zudem haben Ablagerungen, Algen und Flechtenbewuchs die qualitätvolle und repräsentative Mädchen-Skulptur auf dem Grab der Pauline von Sinner verunstaltet. Für die Restaurierung wurde die gesamte Grabmalgruppe nach Rupperswil transportiert und im Atelier des Bildhauers und Restaurators Josef Ineichen fachmännisch instand gesetzt. Vor kurzem wurden die Gedenksteine wieder nach Holderbank zurückgebracht und an ihrem Standort neben der Kirche in Holderbank positioniert.

Halbes Jahrtausend Schlossherr

Die Kirche in Holderbank wurde 1701/02 von der Familie von Effinger gestiftet und diente ihren Angehörigen bis ins frühe 20. Jahrhundert als Grablege. Im nördlichen Kirchhof steht eine beeindruckende Gruppe aus drei stehenden Grabmälern und einem Pultstein, die von hohem historischem und künstlerischem Wert ist.

Ihre letzte Ruhestätte fand hier neben ihren beiden Verwandten auch die 1912 verstorbene Julia von Effinger. Sie war die Letzte aus einem Geschlecht, das mehr als 500 Jahre lang über Schloss und Domäne geherrscht hatte.

Diese Grabmäler präsentieren sich den interessierten Besuchern nun als würdige Erinnerungsstätte der letzten Schlossherren von Wildegg. (az)