Lenzburg
Die «goldene Brücke» über den Aabach steht

Beim Übergang über den Aabach beim Aabachpark wurden mit einem grossen Pneukran die Träger montiert.

Fritz Thut
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Ein Bauwerk für den Langsamverkehr steht vor der Vollendung: Die Brücke über den Aabach am Nordende des Tunnels durch den Bahndamm auf Höhe der Marktmatten ist in gut einem Monat fertig. Nun wurden die Beton-Trägerelemente montiert.

Die neue Aabachbrücke steht an einer neuralgischen Stelle in der Südostecke des neuen Aabachparks, der zum neuen Quartier «Im Lenz» gehört. Hier kreuzen sich die Nord-Süd-Achse, die entlang dem Aabach führt, und die Ost-West-Achse. Erstmals seit den 1970er-Jahren, konkret seit dem Bau der Heitersberglinie der SBB, kann man künftig wieder nördlich des Bahndamms von der Schützenmatt bis zum Bahnhof gelangen.

Die neue Brücke hat speziell wegen den Velofahrern, die neben den Fussgängern die Hauptnutzergruppe bilden, die Form eines Trapezes. «Velofahrer bremsen nicht gerne ab», so Christian Brenner, Abteilungsleiter Tiefbau beim Stadtbauamt. Mit der speziellen Form wurde erreicht, dass die Radfahrer am Ausgang des Tunnels keine 90-Grad-Kurve fahren müssen.

Diese Ausgestaltung gab im letzten September, als der Einwohnerrat über den für das Projekt nötigen Kredit von 340 000 Franken befand, zu reden. Einigen Stadtparlamentariern war der vorgeschlagene Standard zu feudal.

Grauer Beton statt Gold

Während sich etliche Bürgerliche nur zähneknirschend für die Vorlage aussprachen, monierte Martin Geissmann eine «erneut zu noble Ausführung» und stellte im Namen der Fraktion der Grünliberalen einen Rückweisungsantrag. Obwohl dieser mit 7 zu 24 Stimmen deutlich scheiterte, fragte die az damals, ob die Stadt nun eine «goldene Brücke» bekommt.

Golden ist an der neuen Brücke nichts. Die an die SBB-Brücke im Tunnel anschliessenden, aber nicht fix verbundenen Plattenelemente sind aus grauem Beton. Mit einem Pneukran wurden die einzelnen, bis zu 7,5 Tonnen schweren Teile auf die am Ufer vorbereiteten Läger gehievt.

Die trapezförmige Brückenfläche ist aufgegliedert in drei Elemente. Hinzu kommt das «Balkon»-Element als Bindeglied zur bestehenden Tunnelfahrbahn. Am Schluss wurden Abschlussstücke herangeflogen, auf die dann das Geländer montiert wird.

Wichtig für Quartieranbindung

«Läuft alles glatt, sollte das Bauwerk bis Mitte Juni in Betrieb gehen», so Fritz Kuhn, der zuständige Projektleiter beim Büro Scheidegger und Partner in Baden. Zum Ausbau gehört auch, dass der bisher sehr düstere Tunnel heller ausgeleuchtet wird. «Diese Brücke sorgt für eine wichtige Anbindung des Quartiers ‹Im Lenz› an den Rest der Stadt», unterstrich Stadtrat Martin Steinmann bei der Element-Montage die Bedeutung des Bauwerks: «In wenigen Minuten ist man künftig zu Fuss beispielsweise in der Migros.»

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