Beinwil am See
Die Glockentöne der Celesta läuteten den Advent ein

Mit ihrem Konzert «Dezemberträume» berührten Barbara Buhofer und Raimund Wiederkehr das Publikum und bekamen dafür Herzlichkeit und Wärme zurück.

Sibylle Haltiner
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Andres Joho begleitet Barbara Buhofer und Raimund Wiederkehr auf dem Flügel und der Celesta (vorne links).

Andres Joho begleitet Barbara Buhofer und Raimund Wiederkehr auf dem Flügel und der Celesta (vorne links).

«Harmonie, Zuversicht und Friede sind unsere Dezemberträume, die wir musikalisch umgesetzt haben.» Mit diesen Worten eröffnete die Sopranistin Barbara Buhofer ihr Weihnachtskonzert am späten Sonntagnachmittag in der Reformierten Kirche. Zum ersten Mal trat sie in Beinwil am See zusammen mit dem Tenor Raimund Wiederkehr auf, am Flügel hingegen sass mit Andres Joho ein bekanntes Gesicht.

Celesta klang wie Glocken

Buhofer und Wiederkehr trugen Stücke vor, welche die Konzertbesucher in eine wunderbare Adventsstimmung versetzten. Darunter waren bekannte Weihnachtslieder wie «Josef, lieber Josef mein, «Chestnuts Roasting on an Open Fire» oder «Fröhliche Weihnacht überall». Aber auch «Panis Angelicus», «Preghiera di Chiesa» oder «Cantique de Noël», die mit ihrer Eindringlichkeit das Publikum ebenso berührten. Die Stimmen von Buhofer und Wiederkehr harmonierten prächtig. Bei Melodien, wie «Navidad en verano» oder «Weihnachtsfriede» von René Kollo konnte der Tenor sein erstaunliches Stimmvolumen ausschöpfen, was vom Publikum mit begeistertem Applaus honoriert wurde. Auch die Klavierbegleitung von Andres Joho, die bisweilen durchaus fetzig war, gefiel den Konzertbesuchern.

In ihrem Grusswort sprach Grossrätin Renate Gautschy wohl vielen aus dem Herzen, als sie erklärte: «Musik kann uns nicht ernähren, aber die Seelen erwärmen.» Auf grosses Staunen bei den Konzertbesuchern stiess Andres Johos glockenähnlich tönende Celesta. Dieses Tasteninstrument, das gemäss Johos Aussagen 80 bis 90 Jahre alt ist, kam früher beim Radioorchester Beromünster zum Einsatz. Es passte ganz besonders gut zu «Süsser die Glocken nie klingen» und natürlich zur Filmmusik von «Drei Nüsse für Aschenbrödel», die Joho als musikalisches Intermezzo vortrug. Der Musiker spielte dabei gleichzeitig auf der Celesta und dem Flügel. Auch bei Paul Burkhards «Weihnacht muss leise sein» lieferte die Celesta die hohen Glockenklänge.

Wärme des Publikums

Raimund Wiederkehr wohnt in Rümlang, seine Familie stammt aber ursprünglich aus Gontenschwil. Nach dem Konzert war er begeistert von der Atmosphäre. «Die Herzlichkeit und Wärme, die einem hier vom Publikum entgegenkommt, sind wunderschön.» Er habe bereits von der besonderen Stimmung an diesem Weihnachtskonzert gehört und sie nun erlebt. Auch Barbara Buhofer schwärmte: «Es ist unglaublich, wie man hier vom Publikum abgeholt wird. Das kann man nicht selbst machen, es kommt nur von den Konzertbesuchern. Für uns war es ein Erlebnis.»

Nach zwei fröhlichen Zugaben, «Weisser Winterwald» und «Feliz Navidad», sangen die Künstler zusammen mit dem Publikum «O Tannenbaum». Im diesigen Novembernebel waren die Besucher zum Konzert gekommen, in feierlicher Adventsstimmung machten sie sich nach zwei Stunden wieder auf den Heimweg.