Ärgerlich für Mobil-Nutzer: Es spielt praktisch keine Rolle, wo man in Ammerswil auf sein Handy-Display schaut, «kein Netz» heisst es da schlicht und einfach.

Wer im 670-Seelen-Dorf eine Whatsapp-Nachricht schreiben will, muss an die Gemeindegrenze gehen, wo er in den Bereich einer Funkantenne aus der Nachbarschaft kommt. «Praktisch der ganze Ort liegt in einem Funkloch», bestätigt Gemeindeammann Hanspeter Gehrig. Die Mobil-Nutzer stört das.

Doch viele Bewohner der kleinsten Bezirksgemeinde offenbar nicht. Dort hat man mit einem Beschluss an der Sommergmeind dieses Jahres mit 33 Ja- zu 26 Nein-Stimmen dem Baugesuch der Salt Mobile SA für die Installation einer Mobilfunkantenne den Kampf angesagt.

Kein Elektrosmog

Eine Verwüstung des Dorfbildes wird befürchtet, eine Entwertung der Liegenschaften und schädliche Folgen möglicher Strahlenbelastung. Die Antennen-Gegner sind bereit, 50 000 Franken in juristische Fachleute zu investieren, welche die Installation einer Mobilfunk-Antenne verhindern sollten. «Alle Möglichkeiten sind in Betracht zu ziehen, auch die Anpassung von Gemeinde-Reglementen und dergleichen.» So lautet der Antrag zuhanden der Wintergmeind vom übermorgen Freitag.

Doch der Widerstand scheint zwecklos. Inzwischen hat der Gemeinderat auf breiter Ebene zusätzliche umfassende Abklärungen vorgenommen. Diese dürften für die Gegner einer Mobilfunkantenne ernüchternd ausgefallen sein.

Nach den vorliegenden Resultaten will sich der Gemeinderat nun nicht auf ein langes juristisches Geplänkel einlassen. Die Chancen werden als sehr minimal eingeschätzt; ein Verfahren vor dem Verwaltungs- und allenfalls Bundesgericht zu gewinnen, hält Gemeindeammann Gehrig für unwahrscheinlich.

Der Gemeinderat beantragt der Einwohnergemeindeversammlung deshalb, den überwiesenen Antrag für einen Kredit von 50 000 Franken abzulehnen. Der Gemeinderat will nicht soviel Geld in ein praktisch chancenloses Unterfangen investieren. «Die 50 000 sind fast 3 Steuerprozente. Und dieser Betrag dürfte nicht ausreichen, um durch alle Instanzen zu gehen», erklärt Hanspeter Gehrig.

Steuerfuss unverändert

Auf der Traktandenliste stehen weitere Geschäfte: Das Budget 2017 rechnet bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 98 Prozent mit einem Aufwandüberschuss von 5000 Franken. 2017 erhält Ammerswil aus dem kantonalen Finanzausgleichfonds 290 000 Franken. Der Betrag wurde aufgrund der Rechnung 2015 festgelegt.

822 000 Franken werden in die Gemeinde-Infrastruktur investiert: konkret in die Fussgängerquerung Rebrainstrasse, Buswendeplatz- und Hauptstrassensanierung sowie in Strübi-/Krebsbachsanierung.