Beinwil am See
Die Gemeinde hat zu viel Bauland

Mit der neuen Nutzungsplanung will die Gemeinde einen attraktiveren Dorfkern schaffen und Bauland auszonen.

Janine Gloor
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Blick auf Beinwil am See

Blick auf Beinwil am See

Toni Widmer

Die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) schreibt vor, wo und wie gebaut werden kann. Um mit der Entwicklung einer Gemeinde Schritt zu halten, wird sie regelmässig revidiert. Beinwil am See ist momentan dabei, seine Nutzungsplanung auf den neuesten Stand zu bringen. «Die Gemeinde wird wachsen und sich weiter entwickeln. Mit der BNO können wir mitbestimmen, auf welche Art das geschehen soll», sagt Gemeindeammann Peter Lenzin.
Eine wichtige Änderung im Entwurf für die neue BNO ist die Schaffung einer Zentrumszone nördlich des Bahnhofs. «Wir wollen den Dorfkern aufwerten», sagt Lenzin. «Diese neue Zone lässt Verdichtung zu.» Anstelle eines Parkfeldes soll hier ein lebendes Zentrum mit Wohnungen und Gewerbe entstehen. «Ein Café und Geschäfte wäre wünschenswert», sagt Lenzin.
Die neue BNO will neben dem Dorfkern auch die Einfahrt ins Dorf aufwerten. «Die Grenze zwischen der Überlandstrecke und dem Dorfeingang soll klar spürbar sein», sagt Lenzin. Deshalb sollen die Dorfeingänge zum Beispiel durch das Pflanzen von Bäumen sichtbarer gemacht werden. Gleichzeitig soll das Ortsbild geschützt werden. In Zusammenarbeit mit dem Kanton wurden 13 neue Gebäude in das Bauinventar aufgenommen.
Acht Auszonungen
Ein weiteres, wichtiges Thema bei der BNO-Revision sind die Baulandreserven. Mit der Aussicht auf das Wachstum der Bevölkerung wird Bauland zurückgehalten. Jedoch nicht für immer. Der Kanton gibt vor, wie stark sich eine Gemeinde entwickeln kann. «Momentan haben wir eine Bauzonenkapazität für 4200 Einwohner, bis 2030 sind etwa 3500 Einwohner prognostiziert», erklärt Lenzin. «Bauland soll nicht ewig brach liegen, sondern in nützlicher Frist überbaut werden.»
Für die neue BNO sind acht Auszonungen vorgesehen, zwei davon an allerbester Lage in Seenähe. «Wir haben bei den Eigentümern nachgefragt, welche Absichten sie für die nächsten 15 Jahre haben.» Sämtliche Eigentümer hätten sich gegen die Auszonung gewehrt. Auch gegen die Gestaltungspläne Tschuepli und Seehalde hat sich im Dorf Widerstand geregt. Diese haben aber mit der BNO-Revision nichts zu tun, da sich an den Zonen nichts ändere, sagt Lenzin.
Das Mitwirkungsverfahren dauert noch bis zum 27. April 2017, parallel läuft die Vorprüfung durch den Kanton. Ziel der Gemeinde ist, die revidierte BNO an der Sommergmeind 2018 dem Volk zur Abstimmung vorlegen zu können.

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