Hunzenschwil
Die Gemeinde entscheidet über den Kredit für den Bahnhofausbau

Für den Streckenausbau rund um den Bahnhof werden in Hunzenschwil 6,8 Millionen Franken investiert. Davon tragen die SBB 66 Prozent, der Kanton Aargau und die Gemeinde Hunzenschwil je 17 Prozent.

Nina Amann
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Der Bahnhof Hunzenschwil wird künftig von SBB-Railclean genutzt.Archiv TO/dno

Der Bahnhof Hunzenschwil wird künftig von SBB-Railclean genutzt.Archiv TO/dno

Toni Widmer

Der Bahnhof Hunzenschwil ist keine Augenweide. Die Infrastruktur ist veraltet, die Unterführung nicht behindertengerecht und das Perron wenig anmächelig. Dies soll sich nun ändern: Heute Freitag stimmen die Hunzenschwiler Stimmbürger über einen Kredit von 1,23 Millionen Franken für die Erneuerungen der Publikumsanlagen am Bahnhof ab.

«Der Bahnhof ist im heutigen Zustand keine Visitenkarte für Hunzenschwil», sagt Gemeindeammann Silvana Richner. Durch die Neugestaltung ergäbe sich für die Gemeinde ein Mehrwert.

Behindertengerechte Rampen

Der Umbau des Bahnhofes ist Teil des Ausbaus der SBB-Strecke Zofingen–Suhr–Lenzburg. Die SBB streben bis zum Fahrplan 2016 für die Nationalbahn einen 30-Minuten-Takt bis 20 Uhr an.

Dafür sind in Kölliken, Safenwil und Hunzenschwil bauliche Massnahmen nötig. Insgesamt sollen Investitionen von rund 64 Millionen Franken getätigt werden. Die Kosten für den Bahnhof Hunzenschwil betragen 6,8 Millionen Franken.

Davon tragen die SBB 66 Prozent, der Kanton Aargau und die Gemeinde Hunzenschwil je 17 Prozent. «Diese Kosten werden in drei Tranchen aufgeteilt, um den Finanzhaushalt zu entlasten», sagt Richner.

Damit Züge in Hunzenschwil in Zukunft kreuzen können und so der Halbstundentakt gewährleistet ist, müssen das Gleis 1 und das Hilfsperron abgebrochen werden. Auf der Seite des Bahnhofgebäudes soll ein neues 120 Meter langes Hausperron gebaut werden.

Treppenstufen und Rampen machen die Höhendifferenz vom Bahnhofplatz zum Perron wett. Anstelle des Hilfsperrons zwischen den Gleisen will man auf der Seite Ziegelmattstrasse ein Aussenperron bauen.

Die heutige Quartierverbindung soll als Personenunterführung erschlossen werden. «Da die bestehenden Rampen eine Neigung von über 14 Prozent aufweisen und so nicht behindertengerecht sind, müssen sie abgebrochen und abgewinkelt wiedergebaut werden», sagt Silvana Richner.

Mehr Abstellplätze für Velos

Ausbauen will man auch die Abstellplätze für Velos und Roller: Den veralteten Velounterstand mit 44 Abstellplätzen möchte man durch einen neuen Abstellplatz für 70 Zweiräder ersetzen.

Beim Unterfeld soll eine neue Anlage für 20 Velos erstellt werden. Das Perron wird mit neuen Leuchten und einem gedeckten Wartebereich ausgestattet. Das denkmalgeschützte Bahnhofgebäude soll noch dieses Jahr saniert werden.

«Es ist ein rechter Betrag, den Hunzenschwil zahlen muss, aber das Echo in der Gemeinde ist mehrheitlich positiv», sagt Richner. Nicht nur der verdichtete Fahrplan sei für Hunzenschwil ein Vorteil, auch die zeitgemässe Infrastruktur und eine erhöhte Aufenthaltsqualität ziehe der Umbau nach sich.

Das Traktandum dürfte an der Gemeindeversammlung aber dennoch Diskussionen auslösen. «Einige befürchten wegen des durchgehenden Halbstundentakts mehr Stau bei der Barriere in Suhr», sagt Richner.

Einbürgerungen und Schulvertrag

Ebenfalls traktandiert für die heutige Sommergmeind sind neben mehreren Kreditabrechnungen und -begehren auch sieben Einbürgerungen und der neue Schulvertrag mit der Bezirksschule Suhr. Da Gränichen seinen Standort aufgeben muss, wird der Vertrag zwischen den drei Gemeinden neu aufgesetzt.