Lenzburg
Die Freizeitklubs «Juventus» und «Benfica» dürfen bleiben

Stadtrat bewilligt im zweiten Anlauf alle Gesuche für Freizeitklubs im Wisa-Gloria-Areal. Nun dürfte nach der turbulenten Vorgeschichte wieder etwas Ruhe einkehren.

Henrik Furrer
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Hliti vom Club Juventus im Wisa-Gloria-Areal ist froh, dass das Lokal wieder geöffnet werden konnte.

Hliti vom Club Juventus im Wisa-Gloria-Areal ist froh, dass das Lokal wieder geöffnet werden konnte.

Chris Iseli

Nach langem Hin und Her herrscht nun Klarheit im Wisa-Gloria-Areal: Alle ansässigen Freizeit- und Eventlokale dürfen ihren Betrieb fortführen – auch der Juventus-Club. Der Lenzburger Stadtrat hat das entsprechende Umnutzungsgesuch Anfang März nachträglich bewilligt. Nun dürfte nach der turbulenten Vorgeschichte mit diversen Umnutzungsverfahren im Wisa-Gloria-Areal wieder etwas Ruhe einkehren.
Begonnen hat alles im Januar 2014. Damals lehnte der Stadtrat ein Gesuch für einen neuen Club im Wisa-Gloria-Areal ab, der als Nachfolger der ehemaligen «Kettenbrücke» in Aarau geplant war. Die Gesuchsteller verlangten darauf, dass die Kriterien, die zur Ablehnung ihres Vorhabens geführt hatten, auch auf die bereits bestehenden Lokale im Wisa-Gloria-Areal angewendet werden.

Zu wenig Parkplätze vorhanden

In der Folge mussten die vier Lokale «Wisa-Bar», «Baronessa», «Casa do Benfica» und «Juventus» Umnutzungsgesuche einreichen. Am 28. Oktober 2015 teilte der Stadtrat seine Entscheide mit. Er beurteilte die Gesuche unterschiedlich.

Die «Wisa-Bar» und das «Casa do Benfica» erhielten eine Bewilligung mit Auflagen. Im Fall der «Wisa-Bar» mussten lediglich kleine Brandschutzmassnahmen getroffen werden. Das «Casa do Benfica» verfügte im Verhältnis zur Lokalgrösse über zu wenig Parkplätze. Die Auflage des Stadtrats für den beliebten Portugiesen-Treff lautete daher: «Der Verein muss die Betriebsfläche um rund einen Drittel reduzieren». So weit kam es jedoch nicht.

Laut Christoph Schnegg, Abteilungsleiter Hochbau beim Stadtbauamt Lenzburg, konnten die Betreiber des «Casa do Benfica» eine Mehrfachnutzung der rar gesäten Parkplätze mit anderen Parkplatzmietern im Wisa-Gloria-Areal aushandeln und dürfen ihr Lokal nun in gleichem Umfang weiterführen.

Abgelehnt hat der Stadtrat im Oktober 2015 hingegen die Umnutzungsgesuche von «Baronessa» und «Juventus», da auch diese beiden Lokale deutlich zu wenig Parkplätze ausweisen konnten. Obwohl der Stadtrat beide Gesuche ablehnte, erteilte er dem «Baronessa» die Erlaubnis, den Betrieb «maximal im gleichen Umfang wie bisher» weiterzuführen. Der Juventus-Club hingegen erhielt keine solche Bewilligung und stand vor der Schliessung.

Mit zweierlei Mass gemessen

Offenbar wurde hier vom Stadtrat mit zweierlei Mass gemessen. Begründet wurde der umstrittene Entscheid mit dem Gewohnheitsrecht. Das «Baronessa» existierte zu diesem Zeitpunkt bereits seit 18 Jahren, weshalb der Stadtrat eine Schliessung als «nicht verhältnismässig» erachtete. Gemäss dem Zivilgesetzbuch käme ein solches Ersitzungsrecht allerdings erst nach 30 Jahren zum Zug.

Eine derartige Ausnahmeregelung kam für den Juventus-Club laut Stadtammann Daniel Mosimann nicht infrage: «Den Juventus-Club gibt es erst seit sechs Jahren. Das ist zu wenig lang, um daraus einen Besitzstand abzuleiten», sagte Mosimann im Regionaljournal von Radio SRF am 28. Oktober 2015.

Der Betreiber des «Juventus», Andrea Mazzotta, hat daraufhin den Entscheid des Stadtrats angefochten, um die Schliessung seines Lokals zu verhindern. Eine Verkleinerung der Betriebsfläche des «Juventus», wie es ursprünglich beim «Casa do Benfica» vorgesehen war, war aus Sicht des Stadtrats keine Option, weil die ausgewiesene Zahl von fünf Parkplätzen nur eine ganz geringe Lokalfläche zulassen würde.

Mazzotta sah sich daher gezwungen, zusätzliche Parkplätze anzumieten. «Wir mussten die Parkplatzzahl von 5 auf 24 erhöhen», so Mazzotta. Bei einem Preis von 40 Franken pro Parkplatz im Monat ergibt das 760 Franken Mehrkosten pro Monat. Am 2. März wurde das Umnutzungsgesuch des «Juventus» schliesslich vom Stadtrat bewilligt, und so kann nun auch der Italiener-Treff seinen Betrieb wie gehabt fortführen.

«Spinout»-Servicecenter ab Mai

Im Wisa-Gloria-Areal bleibt also punkto Nachtleben alles beim Alten. Es gibt aber auch Neuigkeiten an der Sägestrasse. Am 1. Mai eröffnet der «Spinout-Shop» ein Miet- und Servicecenter für Schnee- und Wassersport. Der bekannte Sportshop und Anbieter von Sportreisen hat während 21 Jahren in Hendschiken eine Filiale betrieben, die kürzlich geschlossen worden war.