«Klar bin ich enttäuscht», gibt Mario Keller von der FDP zu. Er hat zwar mit 432 Stimmen das absolute Mehr von 335 bei weitem erreicht und damit einen Achtungserfolg erzielt, landete aber hinter den Bisherigen auf dem undankbaren sechsten Platz. «Die Enttäuschung hält sich aber in Grenzen», präzisiert er. Es habe sich in den letzten vier bis fünf Wochen abgezeichnet, dass er die Wahl in den Gemeinderat nicht schaffen würde. «Es war deshalb zu erwarten, dass es so herauskommt.»

Was ihn mehr beschäftigt als seine Wahlniederlage ist die Tatsache, dass die FDP nun weiterhin nicht im Gemeinderat vertreten ist. Mit der Wahl der fünf Bisherigen gehören dem Gemeinderat Schafisheim zwei SVP, zwei Freie Wähler und ein Parteiloser an. «Das Verhältnis stimmt nicht, die FDP sollte auch in der Exekutive sein», betont Keller und verweist auf die Kommissionen, wo die FDP sieben von 20 Sitzen innehat und damit zeige, dass sie bereit sei, Verantwortung zu übernehmen.

Kandidatur für die Partei

Die FDP wollte ganz klar wieder einen Sitz im Gemeinderat, aber persönlich habe sich niemand so recht exponieren wollen. Also stellte sich der Parteipräsident als Kandidat zur Verfügung. «Aus Gründen der Fairness sind wir aber bewusst gegen keine bestimmte Person angetreten, sondern haben uns darauf beschränkt, den Anspruch der FDP auf einen Gemeinderatssitz geltend zu machen», hält Keller fest.

Wiedergewählt ist Mario Keller hingegen in die Kreisschulpflege Lotten. «Aus diesem Amt hätte ich im Fall einer Wahl in den Gemeinderat demissioniert», sagt er. «Die Belastung wäre sonst zu gross geworden.»

«Parteizugehörigkeit zweitrangig»

«Der Gemeinderat ist sehr erfreut über das Resultat, und ich persönlich auch», kommentiert Gemeindeammann Dölf Egli den Ausgang der Wahlen. Er anerkennt zwar den Anspruch der FDP auf einen Gemeinderatssitz, betont aber gleichzeitig, Gemeinderatswahlen seien reine Personenwahlen und die Parteizugehörigkeit sei dabei zweitrangig. Der bisherige und jetzt wiedergewählte Gemeinderat habe in den letzten vier Jahren sehr gute Arbeit geleistet. «Wir haben einige sehr grosse Projekte am Laufen; ein neuer Gemeinderat müsste sich hier erst einarbeiten», sagt Egli und erwähnt als Beispiel die Grossbaustelle Coop.