Dintikon

Die ersten Berghof-Zanderfilets kommen nun auf den Teller

Anita Süess (links) und Brigitte Gsell mit einem ganzen Zander und fertigen Filets.

Anita Süess (links) und Brigitte Gsell mit einem ganzen Zander und fertigen Filets.

Aus der Zanderzucht Süess & Gsell werden jetzt die ersten Fische verkauft. Noch findet Bäuerin Anita Süess ihre neue Aufgabe etwas ungewohnt.

Vielerorts steht am heutigen Freitag ein Fischgericht auf dem Menüplan. Seit kurzem ist der heimische Fischlieferantenkreis um einen Anbieter reicher. Auf dem Markt sind nun auch frische Zanderfilets von der Fischfarm Berghof zu haben.

Es ist kühl in den Räumen der Fischerei Hallwilersee in Birrwil. Fast so kalt wie im Kühlschrank, aus dem Anita Süess grünfarbene Behälter mit enthäuteten Fischfilets entnimmt. Sorgfältig füllt sie Stück für Stück in einen Plastikbeutel, legt diesen ins Vakuumiergerät und reicht die verschweissten Pakete weiter an Brigitte Gsell. Gsell ist für den letzten Verarbeitungsschritt verantwortlich, das Wägen und die korrekte Beschriftung der Zanderfilets.

Anfang Jahr hat sich der Dintiker Bauer Stefan Süess von der Milchwirtschaft verabschiedet, seine Kühe verkauft und zusammen mit Partner Renato Gsell auf Fischzucht als Ersatz umgesattelt. Hat mit dem Schritt ihres Mannes auch das klassische Bäuerinnendasein von Anita Süess eine Wende erfahren? Süess schmunzelt ob der Frage.

Tatsächlich steht sie seit einigen Wochen gemeinsam mit Brigitte Gsell jeden Donnerstag in der Fischerei Hallwilersee in Birrwil und macht die vorbereiteten Zanderfilets verkaufsfertig. Die beiden Paare haben eine klare Aufgabenteilung. «Das Grobe ist Männerarbeit, der Rest ist Sache der Frauen», sagt Stefan Süess. Das «Grobe» bedeutet die Fische fangen, töten und auf Eis legen. So werden sie in die Fischerei nach Birrwil gebracht, wo sie fachgerecht ausgenommen und filetiert werden. Das Übrige erledigen die zwei Frauen. Zur wöchentlichen Verpackungsaktion kommen Buchhaltung und Marketing dazu.

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So ganz scheint sich Anita Süess mit der neuen Aufgabe noch nicht angefreundet zu haben. Zu weit sei der Fisch von den angestammten Tieren in der Landwirtschaft entfernt. «Ich mag eigentlich lieber Tiere mit einem Fell.» Fisch im Teller hingegen schmeckt beiden Frauen sehr. Zudem sei er rasch zubereitet. «Es braucht wenig, um einen feinen Zander auf den Teller zu zaubern», schwärmt Süess. Das Filet mit Salz, Pfeffer und Gartenkräutern würzen, in der heissen Bratpfanne kurz wenden. Fertig.»

Noch hält sich der Abnehmerkreis von Berghof-Zanderfilets in Grenzen: Die Fische sind aktuell im Volg Dintikon, in zwei Hofläden in der Region und im Restaurant Maiengrün in Hägglingen erhältlich. Dort findet an diesem Wochenende ein kulinarisches Festival mit Berghof-Zander statt. Es gibt zudem Informationen über den Zander und die Zucht. Heute Abend sind auch die Fisch-»Jungzüchter» anwesend.

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