Lenzburg
Die erste Stadt mit einem total gläsernen Boden

Die SWL Energie AG hat die vollständige Digitalisierung aller Werkleitungen in Lenzburg abgeschlossen. Das ist einmalig für eine Stadt, wie die SWL Energie AG festhält.

Fritz Thut
Drucken
Teilen
Thomas Kleiner (SWL Energie AG) und Christian Brenner (Stadtbauamt) freuen sich über die Digitalisierung des Lenzburger Untergrunds. tf

Thomas Kleiner (SWL Energie AG) und Christian Brenner (Stadtbauamt) freuen sich über die Digitalisierung des Lenzburger Untergrunds. tf

«Es ist wirklich einmalig.» Im Gespräch rutscht Markus Blättler, Direktor der SWL Energie AG (SWL), der Superlativ heraus.

Die offizielle Medienmitteilung beginnt vorsichtiger: «Als eines der wenigen Energieunternehmen in der Schweiz hat die SWL sämtliche Werkleitungsdaten in ihrem Netzgebiet digitalisiert.»

Dieser historische Meilenstein hat grosse Bedeutung. Gerade in Boomphasen, wenn viel gebaut wird, ist es extrem wichtig zu wissen, wo welche Leitung im Erdreich steckt: Überraschende Entdeckungen, etwa bei Baggerarbeiten, können zu teuren Umtrieben führen oder dazu, dass plötzlich ganze Quartiere vorübergehend ohne Strom oder Wasser sind.

Von Strom bis Kanalisation

Im Digitalzeitalter werden die Pläne der unterirdischen Versorgungsleitung natürlich nicht mehr von Hand an Zeichentischen, sondern in computerisierten Datenbanken nachgetragen. Das besondere Verdienst der SWL ist nun, dass wirklich alle Leitungen in einem einzigen System erfasst und aktuell nachgetragen sind.

Diese Daten umfassen nicht nur die bei den städtischen Werken erwarteten Leitungsdaten für Strom, Wasser, Erdgas und Fernwärme, sondern zudem Kanalisation und im Falle Lenzburg sogar jene von Swisscom und Cablecom.

«Ein Architekt kann bei uns wirklich alle aktuellen Infos über Leitungen abholen», ist Thomas Kleiner stolz auf diese exklusive Dienstleistung.

Planschrank immer dabei

Via die frei zugängliche Internetseite www.geoproregio.ch kann jedermann (nach einer kostenlosen Registrierung) schauen, was sich im Untergrund verbirgt. Von besonderem Nutzen ist dieser vollständig gläserne Boden natürlich für Architekten und Planer.

Christian Brenner, Abteilungsleiter Tiefbau auf dem Lenzburger Stadtbauamt, ist einer dieser Profiteure.

Er verweist auf den Nutzen dieser zentralen Datenverwaltung in Kombination mit drahtlosen Online-Geräten: «Mit dem Tablet hat man vor Ort immer den ganzen Planschrank dabei.»

Brenner kennt auch die Geschichte der Lenzburger Bodenpläne. 1967 begann die Erfassung der Kataster.

1983 schloss die Stadt mit der SWL einen entsprechenden Vertrag über die Nachführung ab und 1987 wurden in einem Zwischenbericht die Ziele zur Vollendung vereinbart: Die damalige Vorgabe von 2020 hat man nun einige Jahre unterboten.

Aktuelle Nachrichten