Lenzburg
Die erste Präsidentin führt die Schützen ins Jubeljahr

Die altehrwürdige Schützengesellschaft Lenzburg wird kurz vor ihrem 550-Jahr-Jubiläum nicht aufgelöst: An der Generalversammlung stellte sich Vorstandsmitglied Madeleine Cathérine Baumann als neue Präsidentin zur Verfügung.

Heiner Halder
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Die neue Präsidentin Madeleine Cathérine Baumann und Vizepräsident Thomas Frey. HH.

Die neue Präsidentin Madeleine Cathérine Baumann und Vizepräsident Thomas Frey. HH.

Wäre die Ablösung des bisherigen Präsidenten Thomas Glarner nicht gelungen, hätte der Vorstand die Flinte ins Korn geworfen.

Reglementsgemäss hätten ohne Präsidium jegliche Schiessaktivitäten eingestellt werden müssen. Der Warnschuss war schon vor einem Jahr vom Vorstand abgegeben worden; die Hälfte des Gremiums liess sich nur noch für ein Jahr ad interim wählen.

Glarner musste eingestehen, dass aus dem Kreis der rund 240 Mitglieder kein Echo auf den dramatischen Appell eintraf.

Mehr als eine Notlösung

«In der Not» – aber keineswegs als Notlösung – konnte sich schliesslich das langjährige Vorstandsmitglied Madeleine Cathérine Baumann zur Übernahme des hohen Amtes durchringen.

Die erste Präsidentin in der 549 Jahre alten Schützengesellschaft Lenzburg ist 1995 in die Kleinkalibersektion eingetreten, welche sie bis zu deren Auflösung führte.

Im Männerverein hat sie ihr Schussfeld bald auf 300 Meter ausgeweitet. Seit 2000 redigiert sie das Vereinsblatt «Schützenkamerad» und ist Archivarin.

Baumann repräsentiert nun auch auf organisatorischer Ebene den Vormarsch der Frauen bei den Schützen: Sie gehört zum Trio der bereits zweifachen Cupsiegerinnen und «Hosenfrauen». Und sie ist fest entschlossen, auch im Schiessstand weiterhin zu punkten.

Dies im Gegensatz zu ihrem Vorgänger, dessen erfolgreiche Schiesskarriere durch das Präsidialamt gestoppt wurde. «Man muss erfolgreiche Schützen zum Präsi oder Vize machen, dann stehen sie einem nicht mehr in der Sonne.»

Diese Erkenntnis in der Laudatio auf Thomas Glarner gelte für sie selber nicht, hält M. C. B. dezidiert fest. Ihr Anliegen ist, die Gesellschaft als Ganzes so attraktiv zu erhalten, dass Nachwuchsschützen bei der Stange bleiben.

Vorstand wieder vollzählig

Die von 62 Mitgliedern besuchte Generalversammlung konnte erstmals seit mehreren Jahren nun auch einen Vizepräsidenten wählen: Thomas Frey übernimmt das Amt, das Aktuariat wird künftig von Heinz Zehnder (Vorderlader-Sektion) versehen.

Nachdem die Interims-Vorstandsmitglieder für ein weiteres Jahr und der Rest des zehnköpfigen Gremiums für zwei Jahre bestätigt werden konnten, ist der Vorstand nun erstmals wieder vollzählig.

Einzige Vakanz ist der Posten des Jungschützenleiters; trotzdem werden 17 Jugendschützen von drei Fachleuten erfolgreich betreut.

Nachdem nun auf dem Vereinsschiff inklusive Kapitän alle Mann an Deck sind, kann die Saison 2013 ohne Abstriche gestartet und das 550-Jahr-Jubiläum am 19./20. September 2014 mit dem Jubiläumsschiessen vorbereitet werden.

Gold, Silber und Bronze

Ungeachtet der drohenden Führungskrise waren 2012 vor allem die Vorderlader- und Combat-Schützen gut im Schuss. Es wimmelt nur so von Welt-, Schweizer- und Aargauermeistern. Vorderlader Hanspeter Rüfenacht etwa heimste 11 Gold-, 8 Silber- und 4 Bronzemedaillen ein.

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