Schafisheim
Die Erdbeer-Idylle zum Selberpflücken: «Erdbeeren anzupflanzen ist keine einfache Sache»

Die Selbstpflück-Saison ist in Schafisheim seit drei Wochen eröffnet. Erdbeer-Produzent Stefan Zubler erklärt, worauf es dabei ankommt.

Anja Suter
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Die Erdbeer-Idylle von Schafisheim
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Robin aus Seon pflückt zum ersten Mal.
Kiloweise Erdbeeren werden in Schafisheim direkt ab Feld verkauft.

Die Erdbeer-Idylle von Schafisheim

Chris Iseli

Kurz nach zehn Uhr morgens ist das Erdbeerfeld von Familie Zubler gut besucht. Verteilt auf die diversen Reihen des Feldes pflücken Besucher die reifen Früchte ab den Stauden. Allgegenwärtig: Der süsse Duft der Beeren, welcher die Luft erfüllt. Im Fünfminutentakt erscheinen neue Kunden, die gerne in Eigenregie Erdbeeren pflücken möchten.

Sie bekommen dann von Madlen Zubler eine Reihe zugewiesen und können die mitgebrachten Gefässe füllen. In einem weissen Zelt direkt auf dem Feld werden die Früchte gewogen und bezahlt. Am Schluss des Einkaufs erteilt Madlen Zubler den Kunden noch den Auftrag, unter dem Zaun durchzugreifen und die neuste Erdbeersorte zu probieren.

Seit rund 17 Jahren betreibt Stefan Zubler das Feld hier in Schafisheim. Für das Modell des Selberpflückens hat er sich aus pragmatischen Gründen entschieden: «In den Anfängen war ich 21 Jahre alt, der Hof gehörte meinem Vater und ich arbeitete auch noch auswärts. Ich hatte keine Zeit zum Pflücken und dachte mir, ich löse das Problem so.»

20 000 Pflänzchen gesetzt

Zu Beginn hatte Zubler 900 Erdbeerpflanzen, heute sind es rund 20 000. So sollen Engpässe verhindert werden. Früher musste Zubler das Feld an einzelnen Tagen schliessen. «Teilweise musste ich vorne am Feld ein Schild anbringen, weil wir komplett ‹ausgeschossen› waren. Da brauchte es jeweils wieder ein paar Tage Pause, damit die Beeren nachreifen konnten.» Das Problem hat er mittlerweile behoben. «Wir haben vier verschiedene Sorten auf dem Feld, die zu unterschiedlichen Zeiten reif sind. Dadurch können wir die Pflück-Saison gut abdecken.»

Angepflanzt wird jeweils bereits im Juli für die kommende Saison. Privaten Gärtnern empfiehlt Zubler, die Pflanzen bereits im August zu setzen und sie mit aussreichend Wasser zu versorgen. So sollten sie auch ohne Abdeckung den Winter problemlos überstehen. Von Vorteil sei es auch, Setzlinge zu wählen, die eine geringere Anfälligkeit zur Graufäule (Botrytis cinerea) haben. Diese kann den Ertrag im heimischen Garten massiv verkleinern und entsteht meist bei feuchter Witterung. Auch der Erdbeeren-Spezialist hatte diese Saison damit zu kämpfen. «Wir haben die Selbstpflücker-Saison am 16. Mai eröffnet.

Da es zu dieser Zeit einige Tage geregnet hatte, wurden viele der Beeren faul.» Durch das rasche Entfernen dieser faulen Beeren habe man das Problem glücklicherweise schnell wieder in den Griff bekommen. «Erdbeeren anzupflanzen ist keine einfache Sache», erklärt der 38-Jährige. «Das Wetter, die Sorte und vor allem der Boden spielen eine wichtige Rolle.» Das werde oft unterschätzt.

Bei Zublers auf dem Erdbeerfeld ist die Pflücksaison zur Zeit in vollem Gange, in den nächsten zwei Wochen werde das auch noch anhalten: «Danach sind natürlich weniger Beeren an den Sträuchern. Daher müssen die Pflücker ein Mehrfaches an Zeit aufwenden im Vergleich zur Hochsaison.» Dies habe aber auch einen grossen Vorteil: «Genau diese letzten Beeren sind meistens solche, welche zwar klein sind, dafür aber unglaublich aromatisch und zuckersüss schmecken.»

Saisonal und regional: Beeren pflücken

Die Vereinigung Aargauischer Beerenpflanzer hat kürzlich www.aargauerbeeren.ch aufgeschaltet. Dort ist für Freunde des regionalen Einkaufens ersichtlich, wo sie Beeren pflücken oder ab Hof kaufen können.

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