Lenzburg
Die Entscheidung über den neuen Stapferhaus-Standort

Die Institution Stapferhaus lud in Lenzburg zu einer Informationsveranstaltung über den Wandel zum «Haus der Gegenwart». Sie will die Bevölkerung früh informieren und versuchen, in den Prozess einzubeziehen.

Fritz Thut
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Stapferhaus-Leiterin Sibylle Lichtensteiger während der Information im Garten von Schloss Lenzburg. tf

Stapferhaus-Leiterin Sibylle Lichtensteiger während der Information im Garten von Schloss Lenzburg. tf

Ort und Zeit waren idyllisch. Die Verantwortlichen der Institution Stapferhaus luden zu einer Informationsveranstaltung in den Garten von Schloss Lenzburg ein. Unter dem Titel «Vom Stapferhaus zum ‹Haus der Gegenwart›?» wurde der schwierige Weg zu einer dauerhaften Bleibe für die bereits jetzt legendären Stapferhaus-Ausstellungen aufgezeigt.

Man wolle bewusst Bevölkerung und Öffentlichkeit früh informieren und auch versuchen, in den Prozess einzubeziehen, leitete Stapferhausleiterin Sibylle Lichtensteiger ihre Ausführungen ein.

Der doch sehr überblickbaren Gruppe wurde zuerst der historische Hintergrund der Stiftung Stapferhaus vermittelt. Die Denkfabrik verstand es, ihre Reflexionen über gesellschaftliche Themen aus in den inneren Zirkeln zu lotsen, in dem man Ausstellungen lancierte. Die Premiere zu Anne Frank «hat eingeschlagen wie eine Bombe», so Lichtensteiger.

Für die letzten Ausstelllungen genoss man im Zeughausareal Gastrecht, doch dieses ist endlich. Auf der Suche nach einem neuen Konzept wurde alles hinterfragt und geprüft. Der Aargauer Regierungsrat fällte dann einen Grundsatzentscheid, in dem er festhielt, dass das Stapferhaus in Lenzburg bleibt.

Drei Standorte zur Diskussion

Hier stehen nun drei verschiedene Standorte zur Diskussion: Auf dem Postparkplatz beim Bahnhof, im Areal Gleis Nord oder im Schlossberg. Nachdem Kanton und Stadt Gelder gesprochen haben, läuft nun das Evaluierungsverfahren. Drei Planungsbüros erarbeiten die Unterlagen für ihr Projekt; auf Wunsch des Einwohnerrates beurteilt ein viertes Büro anschliessend die Vorschläge.

Wie Lichtensteiger ausführte, lassen sich die Urteilskriterien in drei Zielgruppen aufteilen: Für das Stapferhaus sind beim neuen «Haus der Gegenwart» Präsenz, Symbolkraft, Ausstrahlung wichtig; für die Benützer Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität und für die Stadt und Allgemeinheit Zusatznutzen, Eingliederung und Verkraftbarkeit.

Bei letztem Argument sind auch die Finanzen gemeint und da liess die Leiterin die Zuhörer nicht im Ungewissen: «Es wird so oder so viel kosten.» Dies gilt nicht nur für den baulichen Rahmen, sondern auch die Bespielung: Angedacht ist, dass es zwischen den Ausstellungen kaum mehr Pausen geben wird.

Die Grundlagen für die Standortbestimmung sollen noch dieses Jahr zusammengetragen sein. Dann muss entschieden werden. Und wie heisst die Ausstellung, die im Herbst beginnt? «Entscheiden – über das Leben im Supermarkt der Möglichkeiten.

Inputs aus der Bevölkerung via Mail an hausdergegenwart@stapferhaus.ch

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