Boniswil
Die Dorfgeschichte mit der Kamera festgehalten

Ab morgen Freitag ist die Ausstellung «Boniswil in Bildern» des Vereins IG Hansjakob-Suter-Sammlung im Saalbau zu bestaunen. «Hauptlieferanten» der Bilder und Dokumente sind die passionierten Sammler Markus und Brigitte Merz.

Margrit Rüetschi
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Brigitte Merz, Hans Feldmann und Markus Merz beim Sichten und Auswählen der historischen Bilder. mr

Brigitte Merz, Hans Feldmann und Markus Merz beim Sichten und Auswählen der historischen Bilder. mr

«Das ist genial», freut sich Brigitte Merz und nimmt von Hans Feldmann eine weitere Fotografie aus der guten alten Zeit entgegen. Die gute Stube des Ehepaars Merz-Fehlmann am Fliederweg 1 gleicht zurzeit einem Fotoatelier. Fein säuberlich angeschriebene Ordner und Notizblöcke, auf der die Fotopirsch von Markus Merz durchs Dorf nach Daten festgehalten ist, zeigen, dass man für die kommende Fotoausstellung gut gerüstet ist.

Als Abschluss der Reihe «Eine Zeitreise durch Boniswil», organisiert vom Verein IG Hansjakob-Suter-Sammlung, findet über das Wochenende im Saalbau Boniswil eine Fotoausstellung zum Thema «Boniswil in Bildern – Geschichte mit der Kamera» statt.

Fotos, Dokumente und Requisiten

Wohl gab es in den vergangenen Wochen und Tagen viel zu tun, auch jetzt steht noch einige Feinarbeit an. Und doch ist die Freude bei den Beteiligten gross. «Ich möchte noch das Interieur des Dinkelhauses mit Originalen aus der Zeit des Hauses nachstellen», erklärt Hans Feldmann. Er hat einige Requisiten aus dieser Zeit gerettet und bewahrt sie sorgsam auf. So wird auch der Nachmittag wieder mit Vorbereitungen für die Ausstellung angefüllt sein.

«Hauptlieferanten» der Bilder und Dokumente seien Markus und Brigitte Merz, lobt Hans Feldmann. Den Teppich zum bunten Puzzle habe mit seinem enormen Wissen Daniel Humbel, Ortsbürger und fachkundiger Kenner der Dorfgeschichte, gewoben.

Sie sei eine Sammlerin aus Passion, schmunzelt die in Boniswil aufgewachsene Brigitte Merz. Als ehemalige Leiterin des Volg-Ladens im Oberdorf Boniswil konnte sie zusätzlich ein breites Netzwerk aufbauen. Dies kam ihr beim Zusammenstellen der Fotogalerie und alten Dokumenten zugute. In Ehemann Markus Merz, der mit seiner Kamera begeistert auf Fotopirsch ging, fand sie eine grosse Stütze.

Ausgehend von einem Dorfplan aus dem Jahre 1907 wird die Entwicklung der Häuser akribisch festgehalten: «Wie sahen vor 100 Jahren die Häuser und Strassenzüge in Boniswil aus? Wie sehen sie heute aus? Was hat sich verändert, was ist gleich geblieben?»

Letzte typische Strohdachhäuser

Am Beispiel eines Hauses aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an der Ecke Seengerstrasse/Mättlistrasse kann die Entwicklung der Bauernhausform von früher bis heute nachvollzogen werden. In Boniswil entstanden die letzten, typischen Strohdachhäuser um 1810. Zwei davon, so auch das im Volksmund genannte «Schreckhorn», sind in ihrer ursprünglichen Form noch heute unverkennbar geblieben.

Im Gespräch mit Hans Feldmann und dem Ehepaar Merz fallen Flurnamen wie «Pfaffenhalde», Chappelen», «Riedweg» , «Eichholz» oder die Bezeichnung von Häusern wie das «Dinkelhaus».

Wenn man dem eingeschworenen Team beim «Weisch-no»-Gespräch aus der guten alten Zeit aufmerksam zuhört, kann man sich gut vorstellen, dass sich die Besucher während der Ausstellung vom Wochenende in manches Gespräch vertiefen werden. Besonders wohl auch die Boniswiler Jahrgänge 1946/47/48, die sich im Rahmen der Ausstellung zu ihrer Klassenzusammenkunft treffen.

Historische Filme

Einen besonderen Leckerbissen dürften die stündlichen Vorführungen von alten, wertvollen Aufnahmen der einheimischen Amateurfilmer Ernst Holliger und Viktor Bächli darstellen.

Neben dem legendären Dorffest von 1963 stehen Filme der Jugendfeste von 1971 und 1987, des Bonifestes 1979, der Seegfrörni 1981 sowie Natur- und Landschaftsfilme aus Boniswil auf dem Programm.