Lenzburg
Die Doktoren überbrückten die Stille des Stromausfalls

Am Metschgplastsch-Openair musste ein technisches Problem gelöst werden – die Schlagzeugerin haute unbeirrt weiter auf ihr Instrument ein. Als der Strom wieder floss, bewiesen «Dr. Cranknstein»: Sie sind die lauteste Band auf dem Platz.

Markus Christen
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Dr. Cranknstein war die lauteste Band am Open Air – die Drummerin überbrückte den Stromausfall. mch

Dr. Cranknstein war die lauteste Band am Open Air – die Drummerin überbrückte den Stromausfall. mch

Markus Christen

Ohne die geeigneten Instrumente kann kein Doktor einen chirurgischen Eingriff vornehmen und ohne Strom können Dr. Cranknstein, die selbsternannten Doktoren des Hard Rock, ihre Instrumente nicht wuchtig erklingen lassen.

Die Band um Leadsänger und Gitarrist Eliot «Joe» Eliot wurde, während sie auf der Bühne des Metschgplatsch-Openairs ihren zweiten Song zum Besten gab, von einem Stromausfall überrascht.

Von dieser akustischen Vollbremsung liessen sich aber weder die drei Musiker noch die Zuhörer ihre gute Stimmung madig machen.

Während Techniker und Organisatoren nach der Quelle des Problems suchten, startete Angie Damage zu einem furiosen Steigerungslauf auf ihrem Schlagzeug, auch unter stromarmen Bedingungen Geltungskraft entfaltet, und animierte das Publikum dazu, sie aus vollen Kehlen zu unterstützen.

Die technischen Probleme waren nach rund zehn Minuten behoben und Dr. Cranknstein führten unter viel Beifall der Zuhörer den Beweis eindrücklich fort, dass sie die mit Abstand lauteste Band war an den diesjährigen Metschgplatsch-Konzerten, die jedes Jahr am Jugendfestsamstag stattfinden.

Das siebenköpfige Organisationskomitee präsentierte auch heuer ein äusserst abwechslungsreiches Musikprogramm mit insgesamt sieben Musikgruppen auf zwei Bühnen bei und unter den Arkaden des Metzgplatzes in der Lenzburger Altstadt.

Einen Jubiläumsauftritt absolvierte dabei die Band Saitefieber, die ausgerüstet mit Geige, Gitarre und Kontrabass den Konzertreigen pünktlich um 18 Uhr eröffnete.

«Vor rund dreissig Jahren als die Formation gegründet wurde, spielten wir ein erstes Mal beim Metschgplatsch-Openair», erläuterte Geigenspieler Felix Hamburger. Seitdem sind sie einige Male hier aufgetreten.

Dieser Umstand macht die Musiker auch zu guten Kennern der Geschichte der Metschgplatsch-Konzerte. «Durch das Engagement jüngerer Bands hat auch der Anlass stetig eine Verjüngung erlebt und auch neue Mitglieder im Organisationskomitee liefern interessante Inputs.

Gleichzeitig sind die Organisatoren ihren Grundsätzen treu geblieben», so Hamburger. «Es macht immer viel Spass am Metschgplatsch zu spielen.»

Ein besonderes Merkmal des Konzertabends beim Metzgplatz besteht in der familiären Atmosphäre, die während des gesamten Abends zu spüren ist. In Lenzburg ist die Hauptsache, also die Musik, gleichzeitig auch die Nebensache.

Denn bei den Arkaden trifft man sich nicht nur, um zuzuhören, sondern auch um zu berichten und zu erzählen. Wo man hinschaut, sind die Besucher in Gespräche vertieft, wird gelacht und gestikuliert.

Kaspar Schoch, Mitglied des Organisationskomitees, zieht am späteren Samstagabend ein erstes Fazit: «Wir hatten enormes Wetterglück und konnten schon am Mittag während der Vorbereitungen die Entscheidung fällen, keine Zelte aufzustellen.»

Mitorganisator Timo Häusermann ergänzt: «Wir hatten zwar schon mehr Besucher, aber es sind auch in diesem Jahr wieder genug gekommen und wir konnten erneut Bands präsentieren, die der eine oder andere noch nicht gehört hat.»

Und eben in diesem Punkt gilt: Man bleibt sich treu am Metschgplatsch.