Lenzburg
Die dekonstruierte Rüeblitorte: Bei dieser Projektwoche ist keine Köchin zu viel

Janine Gloor
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Svenja (l.) rührt die dekonstruierte Rüeblitorte und Akshayah füllt das Selleriepüree um.
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Flavia ist für die Marronisuppe zuständig. Zuhause macht sie für ihre italienischen Familie Ravioli mit Ricottafüllung.
Die Räume der Kochschule sind schön hell.
Kulinarische Projektwoche der Oberstufe Lenzburg
Frisch und zum grössten Teil saisonal sind die Zutaten für den Viergänger.
Süsse Köstlichkeiten.
Claudia Casarramona zeigt den jungen Köchinnen, was sie beim Selleriepüree beachten müssen.
Die flambierten Silberzwiebeli gibt es zum Fleisch.
Jeden Mittag empfangen die Schülerinnen Gäste im "Res(s)taurant".
Bleona kocht das Menü für die Schülerinnen. Diese essen vor den Gästen.
Es dampft aus allen Pfannen.
Auch die Brötchen backen die Schülerinnen selber.
Leider gehört zum Kochen auch der Abwasch.

Svenja (l.) rührt die dekonstruierte Rüeblitorte und Akshayah füllt das Selleriepüree um.

Sandra Ardizzone

Claudia Casarramona hat es gewagt. Sie hat den Aargauer Dessertklassiker völlig auseinandergenommen. Die heilige Rüeblitorte kommt bei ihr nicht als bodenständige Süssspeise mit krönendem Zuckerguss daher, sondern wird dekonstruiert und als Karottenkompott serviert, ähnlich wie eine Kugel Glace. «Die Zutaten sind die gleichen wie in einer Rüeblitorte», sagt die Hauswirtschaftslehrerin. Serviert wird die Rüeblitortenkugel mit einem Orangencurd, Zimtparfait, Zimtstreuseln und einem Zuckerrüebli. Dieses einem Viersternehaus würdigen Dessert gibt es diese Woche im «Res(s)taurant» der Hauswirtschaftsschule der Lenzburger Oberstufe. Die Projektwoche organisiert Claudia Casarramona zusammen mit Jacqueline von Burg.

Schon um halb zehn morgens zischt und dampft es in der Schulküche am Mattenweg. Die Schülerinnen – Jungen sind dieses Jahr keine dabei – haben viel zu tun. Sie müssen innert weniger Stunden einen Viergänger für die Gäste zaubern und dazu noch ein Menü für die Köchinnen. Diese essen bereits um 10.45 Uhr, damit sie während des Servierens im Res(s)taurant nicht umkippen.

Svenja und Annina sind mit dem Dessert beschäftigt, die dekonstruierte Rüeblitorte köchelt auf dem Herd in einer Bratpfanne. Wie alle Mädchen haben sich die beiden freiwillig und mit Begeisterung für die kulinarische Projektwoche angemeldet. «Ich koche auch daheim gern», sagt Annina. «Wenn ich darf.» Denn sie mache immer ein Chaos.

Die Schülerinnen sind eifrig dabei und denken mit. Es sei ihnen wichtig, mitbestimmen zu können, sagt Jacqueline von Burg. «Sie machen sich viele Gedanken zum Essen.» Zum Beispiel über den CO2-Ausstoss bei der Produktion von Lebensmitteln. Selbstbewusst sind sie, die jungen Frauen. Während sie rühren und pürieren, erzählen sie von ihren Menus zu Hause. Flavia ist aus einer italienischen Familie. «Meine Grossmutter hat mir viel beigebracht beim Kochen», sagt sie. Die Marronisuppe werde sie wohl eher nicht nachkochen. Zu Hause gibt es Pasta.