Lenzburg

Die Dekade hat Spuren hinterlassen: Diese Ereignisse haben Lenzburg beschäftigt

2018 gingen die Bauarbeiten beim Knoten «Neuhof» in Lenzburg los. Bezüglich neuem Bahnhof hingegen tat sich in diesen zehn Jahren nur wenig.

2018 gingen die Bauarbeiten beim Knoten «Neuhof» in Lenzburg los. Bezüglich neuem Bahnhof hingegen tat sich in diesen zehn Jahren nur wenig.

Eine Auswahl wichtiger und weniger wichtiger Ereignisse, die Lenzburg in den letzten zehn Jahren beschäftigt hat.

Das Jahr ist fast um. Und nicht nur das Jahr 2019, sondern eine ganze Dekade. Grund, um einen Blick zurückzuwerfen, um zu schauen, was in den letzten zehn Jahren passiert ist. Oder auch, was nicht passiert ist.

2010

Am Neujahrsempfang geleitet «Yes we can»-Stadtammann Hans Huber Lenzburg in die neue Dekade. Im Stadtrat neu dabei ist Franziska Möhl, Nachfolgerin von Ueli Salm. Und das ist nicht die einzige personelle Änderung, die bis heute währt. Der Stadtrat hat einen neuen Stadtschreiber gewählt: «Christoph» bleibt, heisst ab jetzt aber Hofstetter.

Und Lenzburg schreibt Bankengeschichte: Marianne Wildi wird die erste Direktorin einer börsenkotierten Bank. Zehn Jahre später ist Wildi in sämtlichen Medien erschienen, zur CEO des Jahres 2018 geworden und spielt immer noch Posaune in der Musikgesellschaft Hunzenschwil/Schafisheim.

Schneeflöckli, Wissröckli, im Dezember zieht die Staatsanwaltschaft in das neue «Schnee­flöcklihaus» am Seetalplatz ein. Und noch mehr aus der Kategorie Gebäude: Die Stiftung Orte zum Leben weiht den Werkstattneubau an der Tiliasstrasse ein. Und Bundesrätin Doris Leuthard weiht die neue Halbleiterfabrik der ABB ein, die unterdessen nach Japan verkauft wurde.

Im Norden tut sich was: Der Einwohnerrat stimmt der Schaffung einer Spezialzone «Gleis Nord» zu. Durch die Mauern der alten Herofabrik geht ein Zittern. Ende Jahr fährt zum ersten Mal ein Zug über das neue Gexigleis, und die Idee für eine östliche Umfahrung Lenzburgs lässt erboste Anwohner in drei Tagen 600 Unterschriften für eine Petition sammeln. Zum ihrem grossen Verdruss verlieren die Freischaren das Manöver.

2011

Der Bahnhof soll endlich attraktiver, ja, zur Visitenkarte des Städtchens werden. Das Siegerprojekt «Loop» sieht einen mondänen flachen Platz mit einem schnittigen Dach für die Bushaltestellen vor. Realisierungszeitraum: 2011 bis 2013. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

2012

Das neue Jahr beginnt kalt, nach sechs Jahren ist der Fünfweiher endlich wieder einmal zugefroren. Ammann Hans Huber kündigt seinen Rücktritt an, Martin Steinmann und Dani Mosimann bringen sich in Position, und für das neue Stapferhaus wird ein Standort gesucht; «Schlossberg», «Parkplatz Ost» oder «Gleis Nord»?

Das KV-Schulhaus erstrahlt nach seiner Renovation in neuem Glanz. Vielleicht wusste es damals schon, dass es das Geschrei und Getrampel der Jugendlichen nicht für immer ertragen muss. Die Vorlage zur Neugestaltung des Bahnhofplatzes wird zwecks Überarbeitung zurückgezogen.

Dafür nimmt ein anderes Unterfangen Hand und Fuss an, der Aargauer Baudirektor Peter C. Beyeler informiert mit dem Stadtrat über das Mega-Projekt im Neuhof. Die Freischaren verlieren überraschend und ganz knapp das Manöver.

2013

Der frische Stadtammann Daniel Mosimann begrüsst das neue Jahr, das relativ ruhig dahinplätschert. Sodass die Farben der neuen Überbauung auf Baufeld 1 der «Widmi» zu den grössten Diskussionsthemen in der Stadt gehören.

Madeleine Baumann wird zur Präsidentin der Schützen gewählt und auf Hausbesitzer kommt eine Investition zu: Die Grüngut-Mulden verschwinden, neu muss jeder eine eigene Tonne haben. Achtung, Felssturz: Der Schlossberg bröckelt.

2014

In Aarau schliesst das legendäre Partylokal KBA. Als Ersatz wird mit dem Wisa-Gloria-Areal geliebäugelt, doch für die Lenzburger ist diese Partymeile schon voll. Dabei musste das Lenzburger Nachtleben gerade einen Rückschlag einstecken:

Der «Blue Lion», Nachfolger der «Nachtschicht», macht dicht. Auf dem ehemaligen Hero-Areal fahren die Bagger auf. Die Freischaren schrammen am Manöver knapp an einem Sieg vorbei.

2015

Happy New Year für die Villa Malaga: Nach turbulenten Zeiten kauft ein nicht unbekannter Architekt aus Lenzburg die klassizistische Schönheit und führt die Renovationsarbeiten zu Ende.

Gar keine Schönheit: das Bahnhofsgebäude. Die SBB geben bekannt, dass der bisherige Bahnhof dereinst wohl abgebrochen werden müsse. So schade aber auch. Ein anderer Verlust: Lenzburg verliert sein Grundbuchamt.

2016

Ein neuer Bahnhof ist auch dieses Jahr noch nicht in Sicht. Eine Änderung gibt es, allerdings eine schlechte: Die SBB schliessen die «Buvette» ersatzlos. Zahlreiche Stammgäste verlieren ihren sozialen Treffpunkt. Und auch die Post am Seifiparkplatz macht den Schalter dicht.

Am Bahnhof wird das Bushof-Provisorium eingeweiht. Eine Verbesserung auf jeden Fall, ungefähr wie ein Pflaster auf einem offenen Beinbruch. Auf dem Markus-Roth-Platz wird ein Erdhaufen zum Brunnen erklärt. Ende September brennt es auf dem Wisa-Gloria-Areal lichterloh. Die Freischaren verlieren trotz Mammut in letzter Sekunde gegen die Kadetten.

2017

Stadträtin Heidi Berner verzichtet auf eine Wiederwahl und an der Bahnhofstrasse wird mit viel Sorgfalt die Zahnlose Schliessmundschnecke aus zu fällenden Bäumen operiert und umgesiedelt. Der Buurelandweg ist für eine zweite Saison zurück und noch besser, er beinhaltet neu auch eine Wein-Station.

Auch die Badi weiss zu begeistern, die neue Schaumparty ist der Hit. Anfang Juni zerstört ein Grossbrand den Forstwerkhof, schuld war ein Elektrotableau.

Andi Schmid wird mit 29 Jahren zum jüngsten je gewählten Stadtrat. Und im November ist es nach 711 Jahren Stadtgeschichte endlich so weit: Lenzburg überschreitet die Marke von 10'000 Einwohnern.

2018

Auf der Neuhofkreuzung gehen die Bauarbeiten los. Es kann sich nur noch um Jahre handeln, doch ein Ende des Staus ist in Sicht. Auch die Schlosssanierung ist auf Kurs, das Ritterhaus erhält für die Sanierungszeit eine Blache mit seinem Abbild drauf.

Zum ersten Mal findet in Lenzburg ein Fotofestival statt und die Musiklehrpersonen müssen aus der Villa am Turnerweg ausziehen. Sie wurde verkauft, weiter geht der Unterricht im Bleicherainschulhaus. Das Stapferhaus eröffnet den Neubau am Bahnhof. Die Freischaren müssen sich nach langer Führung gegen die Kadetten geschlagen geben.

2019

Das KV verschwindet definitiv aus Lenzburg, ins Gebäude am Freischarenplatz zieht die Stadtverwaltung ein. Die Dampfwalze ist nach schmerzlicher Vermissung endlich zurück, der Markus-Roth-Platz wird mit Bäumchen in rollenden Metallkästen begrünt. Der Weihnachtsbaum in der Rathausgasse erhält eine hellere Beleuchtung und der neue Bahnhof ist noch nicht da, doch schon bald geht es los, Baustart ist im Jahr 2024.

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