Sie sind wohl bekannt: Die 15 Bärzeli-Figuren aus Hallwil. Am zweiten Januar, dem Bärzeli-Tag marschieren sie durch das Dorf und wünschen allen Bewohnern ein frohes neues Jahr. Die speziellen Masken und die lange Tradition machten den Brauch über die Dorfgrenzen hinaus bekannt.

Weniger bekannt dagegen ist das Hallwiler «Silväschter-Trösche». Dabei schlagen zehn Hallwiler Männer mit sogenannten Flegeln im Takt auf eine Holzplatte, um die Ernte fruchtbar zu machen. Dies neben einem Silvesterfeuer, bei welchem die Bevölkerung mit der traditionellen Mehlsuppe verpflegt wird.

Besonders stolz auf ihr Silvesterfeuer sind aber die Staufner. «Natürlich ist unser Feuer das grösste und schönste in der Gegend», sagt René Rohr, Präsident der Ortsbürgerkommission, und spielt damit auf eine alte Rivalität zwischen dem Lenzburger und dem Staufer Feuer an. «Heute», sagt Lenzburger Stadtrat Martin Stücheli, «kommt es aber nicht mehr so sehr auf die Grösse des Feuers an», es gehe viel mehr darum, gemeinsam das Jahr ausklingen zu lassen.

«Glögglen» und «Pfannedeckele»

Die Seengener hingegen lassen das alte Jahr von ihren Kindern ausklingeln. Beim «Silvesterglöggeln» ziehen die Schüler mit Kuhglocken behängt durchs Dorf. Dabei wechselt sich das Läuten der Seengener Kirche vor und nach Mitternacht mit dem Bimmeln der Kuhglocken ab. Auswärtige sind kaum involviert, wären aber laut Organisator Adrian Müller willkommen. «Jedes Kind mit einer Kuhglocke darf mitmachen.» Heutzutage sei es leider nicht mehr so einfach, eine aufzutreiben.

Was sicher jeder zu Hause hat, sind Pfannendeckel. Und auch mit ihnen lässt sich ein Brauch durchführen: In Seon wird durchs «Pfannedeckle», also das Aneinanderschlagen der Deckel, um fünf Uhr morgens der letzte Tag des Jahres begrüsst.