Twint, Advanon (www.hypicash.ch), CreditGate24, Finform. Mit diesen vier innovativen Firmen ging die «Hypi» in den letzten Monaten Kooperationen ein. Das mittlerweile standardmässige E-Banking-Angebot bekommt laufend Ergänzungen.

Im Rahmen einer Fintech-Offensive sollen die meist gemeinsam entwickelten Tools die Bindungen zu internet-affinen Kunden der «Hypi» verbessern oder neue erstellen. Das neue Kunstwort Fintech steht für die Verbindung von Finanzdienstleistungen und (Online-)Technologie.

Offen für Trends

Digitales Portemonnaie, Online-Firmen- und Privat-Kredite, oder neuestens mit der Apple-App «HypiStart» Kontoeröffnungen aus der Ferne. Muss eine traditionell ausgerichtete Allround-Bank wie die «Hypi» solche technischen Spielereien anbieten? CEO Marianne Wildi, die ihre Sporen bankintern im Bereich der Informationstechnologie (IT) abverdient hat, antwortet mit einem klaren Ja: «Wir wollen und müssen uns gegenüber Trends öffnen. Wir wollen auch in Zukunft die erste Anlaufstelle für die Bankgeschäfte von allen möglichen Kunden sein.»

Die Partnerschaften, die die «Hypi» bisher eingegangen ist und in Zukunft eingehen wird, entstammen nicht dem Zufallsprinzip. Auf dem schnelllebigen Markt der Fintech-Branche sondieren die Lenzburger sauber: Ergänzt die neue Dienstleistung das eigene Angebot ideal? Ist das neue Produkt technisch innovativ? Ergibt sich für die «Hypi»-Kunden ein Zusatzwert? Ist der anbietende Partner seriös und passt er zur «Hypi»? Das sind nur einige Fragen, die bei der Akquisition neuer Tools, abgehakt werden.

«Diese Abklärungen brauchen Zeit», sagt Ronny Fuchs, Leiter Unternehmensentwicklung bei der «Hypi». Doch die Zeit ist gut investiert, wenn man nachher bei den ersten Anbietern ist. «Es gibt einen Kostenvorteil, wenn wir schneller sind. Muss man gute Lösungen später, wenn sie etabliert sind, einkaufen, wirds teurer», so Fuchs.

Neues Konto übers Netz

Das neueste Online-Tool ist das nun freigeschaltete «HypiStart». Erstmals in der Schweiz sei hier ein digitaler Eröffnungsprozess eines Kontos «vollständig in einer App integriert», so die gestern verschickte Medienmitteilung. Mit «HypiStart» kann werktags von 8 bis 22 Uhr und samstags von 8 bis 13 Uhr ein Konto eröffnet werden; neue Kunden sind also nicht auf die üblichen Öffnungszeiten angewiesen.

An diesem Beispiel kann man sich mit gutem Recht fragen, wie sinnvoll eine solche Hilfe für einen Vorgang ist, den Otto Normalbürger höchstens vier-, fünfmal im Leben braucht. Marianne Wildi sieht jedoch einen potenziellen weiteren Nutzen: Dieses System kann vielleicht künftig bei der Kontoeröffnung am Schalter ebenfalls eingesetzt werden.

Der Skepsis gegenüber den Online-Tools entgegnet die «Hypi»-Chefin mit einem Grundsatz-Statement: «Wir wollen auch auf dem digitalen Markt präsent sein.»