Möriken-Wildegg

Die Bibliothek kostete vor 100 Jahren 200 Franken

Das Bibliotheks-Team mit Leiterin Manuela Lo, Sabine Bolliger, Daniela Wassmer, Yvonne Fankhauser (v.l.).

Das Bibliotheks-Team mit Leiterin Manuela Lo, Sabine Bolliger, Daniela Wassmer, Yvonne Fankhauser (v.l.).

Vor 100 Jahren übernahm die Gemeinde Möriken-Wildegg den Bücherschatz von Schulmeister Hartmann.

200 Franken hat die Gemeindeversammlung von Möriken-Wildegg im Jahr 1919 gesprochen, um die von Lehrer Karl Hartmann in einem «Kämmerchen» des Schulhauses Möriken eingerichtete und betreute Schulbibliothek zu übernehmen. Mit dieser Investition, die dem damaligen Kaufpreis von rund 1000 Kilogramm Kartoffeln entsprach, stand fortan ein Bestand von 500 Büchern der gesamten Einwohnerschaft der Gemeinde zur Verfügung und zur Ausleihe bereit.

Die Übernahme bedeutete die Initialzündung für die heutige Gemeinde- und Schulbibliothek Möriken-Wildegg, die im Jahr 2005 mit dem 1. Aargauer Bibliothekspreis ausgezeichnet wurde. Seit elf Jahren und einem aufwendigen Umbau in grosszügigen und lichten Räumlichkeiten befindet sie sich auf der Südseite des Schulhauses.

Am Donnerstag feierte nun das Bibliotheks-Team gemeinsam mit den ehemaligen Bibliothekarinnen sowie Vertretern von Behörden und umliegenden Bibliotheken das 100-Jahr-Jubiläum dieser Wissens- und Lerninstitution. In seiner Ansprache machte Markus Eichenberger, Vizeammann von Möriken-Wildegg, auf die Wertschätzung aufmerksam, welche die Bibliothek in der Gemeinde geniesst. So hat sich die Anzahl der Ausleihen von 2000 im Jahr 1959 auf über 60 000 im Jahr 2016 erhöht. Auch ist das Bibliothekspersonal um ein originelles Veranstaltungsprogramm bemüht und führt beispielsweise seit zwei Jahren Projektwochen für Oberstufenschüler durch.

Urmodell des Ausleihprinzips

Die Gemeinde dürfte stolz sein auf ihr Bibliotheks-Team, lobte der Vizeammann und führte aus: «Die Digitalisierung stellt Bibliotheken vor grosse Herausforderungen, derer sich unser Bibliotheks-Team jedoch mit vielen Ideen und interessanten Projekten annimmt.» Als Ort des Wissens und des Lernens, der Literatur und des Lesens bezeichnete Staatsarchivarin Andrea Voellmin in ihrer Ansprache die Bibliotheken.

«Die Bibliothekarinnen haben die Aufgabe, Kompetenzen im Umgang mit dem Rohstoff Wissen zu entwickeln und ihre Medienkompetenz an die Benutzer weiterzugeben.» Die beste Idee, die der Institution Bibliothek zugrunde liege, sei, so Voellmin, dass sie nach dem Ausleih-Prinzip funktioniere. «Bibliotheken sind das Urmodell der Sharing Economy und damit topmodern.»

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