Rupperswil
Die Bibliothek boomt seit 50 Jahren

Das Dorfmuseum widmet die Sonderausstellung 2016 der Bibliothek, die ihr 50-Jahr-Jubiläum feiert. Am Sonntag ist Vernissage.

Heiner Halder
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Bibliotheksleiterin Yvonne Hediger (Mitte), Susanne Ackermann und Therese Huber haben die Sonder-Ausstellung konzipiert.

Bibliotheksleiterin Yvonne Hediger (Mitte), Susanne Ackermann und Therese Huber haben die Sonder-Ausstellung konzipiert.

Museum und Bibliothek haben eines gemeinsam: Sie bergen Schätze, welche sie sorgsam hegen und pflegen. Und weil sich die jährlichen Wechselausstellungen in «Geisse Emmis Buurehus» immer der Präsentation von einheimischen Institutionen, Berufen und Personen verpflichten, lag die Zusammenarbeit der Museumskommission und der Bibliotheksbetreuerinnen nahe, erläutert Bernhard Stüdli.

Entstanden ist eine kleine, aber feine Schau über Geschichte, Auftrag und Angebot der Bücherei, zusammengestellt von Yvonne Hediger, Susanne Ackermann, Therese Huber und Evelyne Johner.

Kontinuierlich gewachsen

Am Anfang standen Pfarreibibliothek und Schulbibliothek, die heutige top moderne Institution geht auf 1966 zurück. Im Gemeindehaus wurde damals mit einem Bücherbestand von 1900 Stück gestartet. Weil das Angebot und die Ansprüche des Publikums im Laufe der Jahre immer grösser wurden, waren regelmässige Zügleten notwendig: 1978 genoss man im 1. Stock des Juraschulhauses Gastrecht, nach dessen Aufstockung wurde die Bibliothek von 1991 bis 1993 in den Keller «verbannt», dann folgte der Wiederaufstieg ins renovierte Schulzimmer. 1996 kam der Zusammenschluss von Gemeinde- und Schulbibliothek . Ein Meilenstein war anno 2000 die Einführung des Bibliothekprogramms BIThek: der gesamte Medienbestand musste in den PC aufgenommen werden. Den heutigen Standort im Stapfenackerhaus erhielt die komplett neu eingerichtete und mit aktueller Software ausgerüstete Bücherei 2009.

Die Rupperswiler Bibliothek boomt seit 50 Jahren. 2015 war sie auf 9185 Books und Nonbooks angewachsen. Der Medienbestand setzt sich aus Belletristik, Sachbüchern, Zeitschriften, DVDs, CDs (Hörbücher) Zeitschriften für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und neu E-Books zusammen. Der Bibliothekskatalog ist seit mehreren Jahren online zugänglich. Und auch die Benutzerzahlen haben sich kontinuierlich gesteigert, die Zahl der Ausleihen erhöhte sich von 29 825 auf 31 879 Medien. Zu diesem ausgezeichneten Ergebnis haben 693 eingeschriebene Mitglieder beigetragen, welche das grösstenteils Gratis-Angebot schätzen.

Aber auch das Begleitprogramm mit regelmässigen Kindergarten- und Schulklassen-Besuchen trägt Früchte. Im Bibli-Kafi werden Neuheiten präsentiert und Buchstartmorgen (Leseförderung für die Kleinen) organisiert.

Leiterin hört auf

Bibliotheksleiterin Yvonne Hediger hat 1999 ihr Amt angetreten und tritt auf Ende Jahr zurück. Seither hat sich viel verändert, eine grosse Herausforderung war für das Personal die Umstellung auf EDV im Jahr 2000. Aus ihrer Erfahrung berichtet sie, dass Sachbücher wie Reiseführer, Kochbücher, Anleitungen für Handarbeiten, Garten und Haus am meisten gefragt sind; auch das Buch mit den Guinness World Records «ist immer weg». Hediger weiss auch, dass «mehr Frauen als Männer die Bibliothek benutzen, letztere kommen gerne am Samstag mit den Kindern.» Jugend- und Kinderbücher gehen auch laufend vom Tisch.

Pro Jahr lesen die Bibliothekarinnen so rund 130 Bücher, um eine seriöse Beratung zu gewährleisten. Sie sind Teilzeit-Gemeindemitarbeiterinnen und verfügen über ein Budget von 20 000 Franken.

Selbstredend ist die Wechselausstellung wortlastig. Es gibt aber auch Objekte wie aus alten Büchern kunstvoll gefaltete «Skulpturen», historische Dokumente oder Bestseller von anno dazumal zu bewundern. Und für die Kinder steht auch im Museum eine Kuschelecke bereit.

Das Dorfmuseum Rupperswil ist jeweils am Sonntag geöffnet. Vernissage am 3. April 2016, 11 Uhr, mit Apéro. Fortan ab 10 Uhr am 1. Mai, 22. Mai (Internationaler Museumstag), 5. Juni (Jungtierschau, Kleintierzüchterverein), 3. Juli (Jugendfest), 7. August (Jazzmatinée, Ortsbürgergemeinde), 4. September (Raclette-Essen, Trachtengruppe), 11. September (Kirche beim Museum, Ref. Kirchgemeinde), 2. Oktober Finissage.