Niederlenz
Die Bevölkerung ist noch skeptisch gegenüber dem Landtausch

Die Bevölkerung ist unzufrieden. Sie verlangt mehr Fakten, soll sie an der Sommergmeind den Vertragsverhandlungen über einen Landabtausch mit der Gartenbauschule zustimmen.

Ruth Steiner
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Gemeindeammann Jürg Link: «Gemeinde und Dachverband der Gemeinnützigen Frauen sollen partnerschaftlich am Mehrwert partizipieren.»

Gemeindeammann Jürg Link: «Gemeinde und Dachverband der Gemeinnützigen Frauen sollen partnerschaftlich am Mehrwert partizipieren.»

Freudiger/ZVG

«Ein Fait accompli, ein Vorschlag ohne Varianten, fehlende Fakten. Eine Veranstaltung, die mehr Fragen aufwirft, als Antworten gibt.» Und: «Die Frauen verdienen, die Gemeinde bezahlt.»

Ein hartes Verdikt aus dem Publikum für Jürg Link gleich bei seinem ersten grossen Auftritt als Gemeindeammann. Er hatte der Bevölkerung dargelegt, weshalb die Gemeinde einen Landabtausch mit der Gartenbauschule im Rothbleicheareal als beste Lösung zur Schaffung von neuem Schulraum (az vom 30. April) erachtet.

Die vorgestellte Strategie hatte sich aus einem Testplan über die 3,3 Hektaren grosse Fläche heraus kristallisiert. Die Planung war gemeinsam mit dem Dachverband Schweizerischer Gemeinnütziger Frauen als Trägerin der Gartenbauschule durchgeführt worden. An der Sommergmeind will man von den Stimmbürgern grünes Licht, um mit den Gemeinnützigen Frauen über einen Landabtausch zu verhandeln.

Gewinnteilanteil aushandeln

Aus der vorliegenden Testplanung geht hervor, dass mit den Entwicklungsmöglichkeiten, welche das in der Gemeinde zentral gelegene Areal bietet, Fläche in die Bauzone überführt werden wird. Den Leuten brannte die Frage unter den Nägeln, wer letztendlich den durch die Umzonung entstehenden Gewinn abschöpfen kann. Aufgrund der Präsentation war man der Meinung, dass man «unterschiedliche Karten in der Hand habe» und die Gemeinnützigen Frauen Nutzniesserinnen des Tauschhandels würden. Dem widersprach Link: «Die Gemeinde und der Dachverband der Gemeinnützigen Frauen sollen partnerschaftlich am Mehrwert partizipieren.» Nach welchem Schlüssel dieser aufgeteilt werden soll, ist Teil des Tauschvertrages. «Wir streben eine Win-win-Lösung an.»

Zurückhaltung ablegen

Was die Schulraumplanung anbelangt, so ist es den Behörden über weite Strecken nicht gelungen, der Bevölkerung plausibel darzulegen, weshalb sie auf Neubau und nicht auf Sanierung der bestehenden Schulbauten setzen soll. Die Gemeindevertreter blieben Antworten schuldig, selbst auf einfache Fragen wie den kurz- und längerfristig benötigten Schulraum. Ebenso die mehrmals gestellte Frage, weshalb ein Neubau offensichtlich die kostengünstigere Variante darstellen soll als Sanierung und Ausbau der bestehenden Anlagen, blieb offen. Schätzungen zu den anfallenden Kosten konnten ebenfalls nicht gemacht werden.

Noch haben die Behörden Gelegenheit, den Schaden in Grenzen zu halten. Dazu müssen sie aber unbedingt mehr Fleisch am Knochen liefern. Am 5. Juni findet eine Informationsveranstaltung zu den Gemeindetraktanden statt. Gelingt es ihnen bis dann nicht, ihre Zurückhaltung abzulegen und einen Zeitplan für die Schulraumentwicklung und geforderten Vergleichszahlen zu Neubau und Sanierung zu liefern, so dürfte das Geschäft an der Gemeindeversammlung am 18. Juni einen schweren Stand haben.