Boniswil
Die Baulücke vom «Ochsen» soll verschwinden

Endlich ist klar, womit der abgerissene «Ochsen» beerbt werden soll: Hier im Dorfkern sind weitere 31 Wohnungen geplant.

Michael Küng (text und Foto)
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Vor der Alten Mühle sollen vier Mehrfamilienhäuser entstehen.

Vor der Alten Mühle sollen vier Mehrfamilienhäuser entstehen.

Michael Küng

Seit der «Ochsen» abgerissen wurde, herrscht in Boniswil zwischen Seetalstrasse und SBB-Haltestelle eine unschöne Baulücke. Noch bis zum 15. Oktober kann nun auf der Gemeinde das Baugesuch für vier Mehrfamilienhäuser am Standort neben der Alten Mühle eingesehen werden: Rund 31 Wohnungen sollen dort an zentraler Lage entstehen.

Hinter dem Projekt stehen die beiden Lenzburger Bau- und Immobilienunternehmen Max Fischer AG und Balmer & Ammann AG. Sie treiben das Projekt über die eigens gegründete Firma Alte Mühle Boniswil AG voran. Ohne Land und Umgebungsarbeiten veranschlagen sie für die Baukosten 7,634 Millionen Franken.

Wegen seiner besonderen Lage war für das Projekt die Erarbeitung eines Gestaltungsplans nötig. Denn auf dem Gelände kommen gleich mehrere Besonderheiten zusammen. So durfte der ehemalige «Ochsen» zwar bereits abgerissen werden, doch die Alte Mühle ist denkmalgeschützt. Sie soll gemäss Gestaltungsplan renoviert und umgenutzt werden, ist aber nicht Bestandteil des nun aufliegenden Baugesuchs. Weil die Parzelle zwischen Kantonsstrasse und Seetalbahn liegt, spielen ausserdem die Lärmschutzanforderungen eine besondere Rolle.

Und schliesslich sollen an der guten Lage in der Kernzone von Boniswil eine hohe Siedlungsqualität und eine haushälterische Nutzung des Bodens miteinander verbunden werden. Resultat sind vier Mehrfamilienhäuser, die im Kreis angeordnet einen gemeinsamen Innenhof bilden. So sollen 16 Wohnungen mit 3,5 Zimmern, 8 mit 2,5 Zimmern und 7 mit 1,5 Zimmern entstehen. Damit richtet sich das Angebot vor allem an Singles, Paare und Kleinfamilien. Ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Fachgutachten rechnet mit etwa 50 neuen Einwohnern für Boniswil.

Vier Grossprojekte im Gang

Am 1. Juni wies die Gemeinde mit 1400 Einwohnern noch eine niedrige Leerwohnungsziffer von 2,25 aus. Diese dürfte ab diesem Jahr steigen, denn das Projekt auf dem Gebiet «Alte-Mühle» ist nur eines von gleich vier grösseren Vorhaben, die das mittelfristige Wachstum von Boniswil entscheidend bestimmen werden. Seit Anfang Monat sind vis-à-vis dem Gemeindehaus 35 Wohnungen in der Überbauung «Lindenhof» bezugsbereit. Es ist die erste Blocküberbauung von Boniswil. Gleich daneben werden gerade 42 weitere Wohnungen fertiggestellt und für die noch verbliebene Grünfläche im Gebiet «Mitteldorf» ist bereits eine dritte Bauetappe geplant.

Die Gutachter begrüssen das Alte-Mühle-Projekt. Die hohe Wohndichte sei für die Lage in der Kernzone angemessen. Das Projekt ist auch wesentlicher Bestandteil von Boniswils Entwicklung, weil die verfügbaren Landreserven schwinden und die Zahl der Einwohner in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen ist. Die für Boniswil neue verdichtete Bauweise ist die Antwort darauf: Die Gemeinde soll wieder wachsen.

Dennoch bedauern die Gutachter, dass die ursprünglich vorgesehenen Gewerberäume in der Überbauung wieder gestrichen wurden. «Es besteht die Gefahr, dass die Siedlung wenig belebt sein wird, und einen reinen Pendlerstandort bildet», schreiben sie.