Noch gibt es die Croissants, Brötchen und Torten nur zum Mitnehmen. Bald aber sollen Kunden die Produkte der Bäckerei Hächler vor Ort geniessen können – zusammen mit einer Tasse Tee. Der Familienbetrieb plant, die Backstube an der Poststrasse 4 in ein Café zu verwandeln. Gebacken wird künftig in einem neuen Gebäude direkt hinter dem heutigen Verkaufslokal. Das Baugesuch für den Umbau der Bäckerei und das neue Produktionsgebäude liegt bis zum 18. Februar bei der Bauverwaltung auf.

Für die neue Backstube soll die Garage hinter dem Laden abgerissen und ein zweigeschossiges Gebäude mit Flachdach und einer Fassade aus Holzschindeln gebaut werden. Über die genaue Ausgestaltung und die Farbe der Fassade ist im Baugesuch noch nichts vermerkt.

Das markante Verkaufsgebäude direkt an der Poststrasse bleibt stehen. Da es sich um ein dreigeschossiges Haus handelt, wird das neue Gebäude von der Poststrasse aus kaum zu sehen sein. Im Baugesuch heisst es: «Die beiden bestehenden Gebäude an der Poststrasse 4 und 6 (Gebäude im Bild, Anm. d. Red.) bleiben die ortsbestimmenden Bauten im Bereich der Parzelle.»

Der Eingang der Bäckerei sowie das Verkaufslokal bleiben am bisherigen Ort. Der Laden wird leicht ausgebaut. Gleich dahinter befindet sich künftig das Kafi mit Ausblick auf den Vorplatz. Es wird ebenfalls durch den Haupteingang erreichbar sein. Ausserdem ist ein zusätzlicher Seiteneingang geplant. Die Baukosten betragen rund drei Millionen Franken.

Wird Postgebäude abgerissen?

Die Hächlers scheinen mit vielen Gästen für ihr Café zu rechnen. Ebenfalls hinter dem Verkaufslokal sind 35 Parkplätze (6 davon gedeckt) für Kunden und Angestellte vorgesehen. Die 8 Parkplätze vor dem Beck bleiben bestehen. Schon heute ist der für die neuen Parkflächen vorgesehene Platz über die Zufahrt zwischen Dorfstrasse 6 und Dorfstrasse 8 (ehemaliges Postgebäude) erreichbar. Künftig soll diese Strasse aber wegen der Hin- und Wegfahrten von Kunden, Angestellten und Lieferanten doppelspurig befahrbar sein. Dazu muss laut einer vom Gemeinderat in Auftrag gegebenen Stellungnahme des Aargauer Planungsbüros arcoplan aus Ennetbaden «im Minimum der nordwestliche Anbau des ehemaligen Postgebäudes (Poststrasse 8) rückgebaut werden». In den Plänen des Baugesuchs ist der Abriss des gesamten Gebäudes vorgesehen.

Ob und inwieweit dieser Rückbau mit der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) vereinbar ist, muss der Gemeinderat entscheiden. Ausserdem soll laut Gutachten geprüft werden, «ob die Zahl der Parkfelder nicht weiter reduziert werden kann». 

Das neue Café solle den öffentlichen Raum bereichern und einen wesentlichen Beitrag zum Dorfleben in Seengen leisten, heisst es im Baugesuch. Mit dem Projekt werde die Rolle der Poststrasse als wichtiger öffentlicher Raum im Dorfkern gestärkt.