Der östliche Rand des Schwimmerbeckens war schon immer beliebt. An diesem der Sonne zugewandten Ufer kann man wunderbar sitzen, plaudern, sehen und gesehen werden. Die Lenzburger Badmeister, Christof Hübscher und sein Stellvertreter Erwin Wiedmer haben das Potenzial dieses Schwimmbeckenrandes entdeckt. Neu ist die äusserste Bahn mit einer Leine abgetrennt. «Wir sind die weltweit erste Badi mit einer Flirt-Zone», sagt Hübscher. Gute Nachricht für alle Flirtwilligen und andere Wasserratten: Auf der neuen Linie darf man sich abstützen und solange hängen, wie man will. «Wir haben ein extra starkes Seil von Mammut besorgt», sagt Hübscher. Die Badmeister hoffen, mit dieser Linie möglichst viele Leute glücklich machen zu können. Zum einen die Jugendlichen – «unsere Hauptkunden» –, zum anderen die Schnellschwimmer. Schon länger gibt es ganz rechts eine abgetrennte Bahn, deren Linie auch gern zum Abhängen benutzt wurde. Und zuletzt machen die Badmeister sich selber glücklich. «Wir haben es satt, ständig Gäste vom Seil wegpfeifen zu müssen», sagt Hübscher. Dass es die Badmeister ernst meinen mit ihrer Flirt-Zone, zeigt der Meter Maschendrahtzaun beim Einstieg: «Falls sich hier in der Badi Paare finden, könnten sie am Zaun ein Liebesschloss befestigen», sagt Wiedmer. Noch vor Eröffnung der Badi hängen bereits zwei Schlösser am Hag. Über ihre Herkunft schweigen die Badi-Angestellten.

Auch neu diese Saison: ein Sicherheitscheck für Kinder. Jeden Mittwoch und Freitagnachmittag kann der Test absolviert werden. Wer besteht, erhält ein Abzeichen. Die Badis in Aarau und Rupperswil-Auenstein führen den gleichen Test durch. «Das Abzeichen gehört nicht zu den offiziellen Schwimmabzeichen», sagt Hübscher. «Doch es hilft uns bei der Arbeit, wenn wir wissen, dass ein Kind 100 Meter schwimmen kann.» Neu haben in der Badi Lenzburg auch die Kassenfrauen das Rettungsschwimmer-Brevet. Zudem ist die Folie im grossen Becken für 180 000 Franken ersetzt worden.

Neue Shirts mit Wasserschloss

Das Badirestaurant wird nach wie vor vom Hotel Lenzburg von «Aargauhotels.ch» betrieben. Neuer Chef ist Yves Bösiger, er ist für die Restaurants der Schwimmbäder in Lenzburg, Rupperswil-Auenstein und Schinznach-Dorf zuständig. Der letzte Sommer sei sehr gut gewesen. «Wir haben insgesamt knapp 6 Tonnen Pommes gebraucht», sagt er. Die Eintrittspreise für das Bad bleiben gleich (Erwachsene 6 Franken, Lehrlinge 5, Kinder 4), die beliebte Schaumparty steigt jeden Mittwoch um 15 Uhr.

Neben den Badmeistern sind auch Stellvertreterin Petra Staubli und Thomas Seger, die Kassenfrauen Annegret Hirschi, Sarah Lüscher sowie Behnan Hanna bereit für die neue Saison. Zum 70-Jahre-Jubiläum der Badi hat das Personal neue T-Shirts erhalten. Das Motiv hat Wiedmer gezeichnet, die Lenzburg ist neu auch ein Wasserschloss und auf den Flurnamen Walkematt wird verzichtet. Am Samstag ist um 11 Uhr Eröffnungsapéro mit einer Fotoausstellung zur Geschichte der Badi. Bis dann sind die Lufttemperaturen vielleicht schon im zweistelligen Bereich.