Eine verschneite Bergkette wird auf die weisse Wand projiziert, ausserhalb der Mauern vom Schloss Lenzburg herrschten am Mittwochabend Temperaturen von rund 35 Grad Celsius. «Vielleicht hilft dieses Winterbild ja, uns alle etwas abzukühlen», eröffnet der Schulvorstandspräsident der Berufsschule Lenzburg, Markus Möhl, seine Rede an der Diplomfeier der technischen Berufsmaturität. Die rund 150 Gäste im Saal lachen, einige wischen sich die letzten Schweissperlen vom Aufstieg zum Schloss vom Gesicht.

Die winterliche Szenerie sollte aber nicht nur von den hohen Temperaturen ablenken. Möhl nutzte das Bild als Metapher für den Weg, den die Berufsmaturandinnen und -maturanden während ihrer Ausbildung als Zimmermann, Maschinenbauer oder Chemielaborantin eingeschlagen haben.

Als Bergtourengänger weiss er selbst, wie massgebend Risikobeurteilung oder eine realistische Zielsetzung für den Erfolg sind und setzte diese Attribute gekonnt mit der Berufsmatura in Verbindung: «Ihr steht nun auf dem Gipfel, habt geschwitzt und gekämpft. Nutzt die Gelegenheit, um die Aussicht zu bestaunen!», wendet er sich an die Absolventen.

Doch er animiert sie auch, sich weitere Ziele zu setzen: «Ihr werdet sehen, dass es noch viele andere Gipfel um euch herum gibt, deshalb seid neugierig und gewillt, eine Tour trotz Risiko einzugehen.»

Erfolgsquote von 96 Prozent

Im Anschluss leitete Tobias Widmer als Abteilungsleiter Berufsmatura (BM) zum Höhepunkt des Anlasses über: Die Übergabe der Abschlusszeugnisse. 45 Lernende nahmen an den Abschlussprüfungen teil, 43 davon haben bestanden. Daraus resultiert eine Erfolgsquote von 96 Prozent.

Rektor Ruedi Suter ist zufrieden mit diesem Resultat. «Dieses Jahr erreichten wir ein gutes Mittelmass. Die Klassennotendurchschnitte liegen zwischen 4,6 und 4,8 und sind somit sehr ausgeglichen. Es gab keine Ausreisser nach unten, aber auch keine absoluten Spitzenresultate.» Er betont aber, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur schulisch gefordert waren, sondern auch in der Lehre Topleistungen bringen mussten und auch gebracht hatten.

Mit ihrem Doppelabschluss gehören die Absolventen nun zu gesuchten Fachkräften. «Geniesst die Abfahrt, hinterlasst Spuren. Gute Fahrt!», wünscht Markus Möhl zum Abschied.

Die Besten: Ronny Häfeli (Reinach), Note 5,2, Konstrukteur, Lehrbetrieb: Rollstar AG in Egliswil; Angelo Botrugno (Menziken), Note 5,2, Zeichner EFZ Fachrichtung Ingenieurbau, Wilhelm + Wahlen AG in Aarau; Jonas Muntwyler (Wohlen), Note 5,3, Metallbauer, Astorino Metallbau AG in Wohlen.