Holderbank

Die Arbeit auf dem Bauernhof war für die Suchtkranken zu hart

Peter Willmann arbeitete im Landwirtschaftsbetrieb. Jetzt hilft er in der Gärtnerei, wo er im Gewächshaus Setzlinge bewässert.Emanuel Freudiger

Peter Willmann arbeitete im Landwirtschaftsbetrieb. Jetzt hilft er in der Gärtnerei, wo er im Gewächshaus Setzlinge bewässert.Emanuel Freudiger

Der Effingerhort reduziert seinen Landwirtschaftsbetrieb, weil die Suchtkranken nicht mehr mithelfen können. So verliessen 15 Kühe, Rinder oder Kälber ihren Stall und zügelten ins Entlebuch. Der Effingerhort hält aber weiterhin Kleintiere.

Vor einigen Tagen verliessen 15 Kühe, Rinder oder Kälber ihren Stall auf dem Effingerhort und zügelten ins Entlebuch. Bis anhin versorgten einige Bewohner der Rehaklinik die Tiere.

Doch das können sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Deshalb wurden die Tiere verkauft und die 22 Hektaren Wiesland fremd verpachtet.

«Die Bewohner sind zu angeschlagen, um weiterhin Grosstiere zu versorgen», sagt die Leiterin des Effingerhorts Heidi Sommer. Die Klientel habe sich verändert: Früher seien körperliche Probleme weniger häufig aufgetaucht als heute.

Die Suchtkranken könnten auch nicht mehr beim Heuen des hügeligen Weidelands mithelfen. Weil in der Landwirtschaft immer mehr Maschinen eingesetzt würden, fiel für die Hortbewohner viel Handarbeit weg, so Heidi Sommer.

In Gärtnerei oder Schreinerei

«Der Entscheid, die Grosstiere wegzugeben, fiel uns schwer», bedauert die Leiterin. «Ziel des Effingerhorts ist es, den Bewohnern sinnvolle Arbeits- und Beschäftigungstherapien anzubieten. Die Arbeit mit Tieren ist hilfreich.»

Der Effingerhort hält aber weiterhin Kleintiere: Hühner, Geissen, Wollschweine, Schafe. «Diese Arbeiten sind leicht, die Bewohner können die Tiere selber pflegen», sagt Heidi Sommer.

Das Landwirtschaftsland wurde Anfang April an den Landwirten Hansueli Meyer in Holderbank verpachtet. Der Effingerhort besitzt 11 Hektaren, das restliche Land gehört mehreren Personen sowie der Einwohner- und Ortsbürgergemeinde Holderbank.

Die Suchtkranken, die nicht mehr im Landwirtschaftsbetrieb arbeiten, haben in die Gärtnerei oder in die Schreinerei gewechselt. «Die Bewohner lieben es, mit Holz zu arbeiten und das Rehahaus braucht immer Holzartikel», sagt Heidi Sommer.

Etwas dürften die Bewohner künftig vermissen: die Idylle weidender Kühe.

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