Boniswil

Die Alte Schmiede wird zum Buswarteraum

Die Alte Schmiede soll zum Buswarteraum werden.

Visualisierung Alte Schmiede Boniswil

Die Alte Schmiede soll zum Buswarteraum werden.

Das 150-jährige Gebäude wurde von den Stimmbürgern vor dem Abriss gerettet. Künftig sollen im 150-jährigen Gebäude Busfahrgäste warten – in musealer Atmosphäre.

Die unübersichtliche Verkehrslage an der Seengerstrasse war für den Boniswiler Gemeinderat ein Problem. Der Abriss der Alten Schmiede sollte hierbei Abhilfe schaffen. Kein leichter Entscheid: Das 150-jährige Gebäude ist ein wertvolles Zeugnis aus der Zeit der Frühindustrialisierung.

Zudem untersteht es als Kulturobjekt von kommunaler Bedeutung dem Substanzschutz. Daraus müsste die Schmiede vor einem Abbruch entlassen werden.
Zu diesem Schritt musste ein Fachgutachten erstellt werden. Es ergab, dass das altehrwürdige Gebäude zwar sanierungsbedürftig, in der Bausubstanz aber intakt ist. Der Gemeinderat prüfte, ob sich die Schmiede als Schaumuseum eignen würde. Die Idee scheiterte jedoch an mangelndem Platz und zu hohen Kosten. Kein Mieter wollte sich der Schmiede annehmen; es blieb nur der Abbruch.


Happy End für die Schmiede
An der Gemeindeversammlung vom 2. November 2015 entschieden die Stimmbürger über das Schicksal der Schmiede. Eine emotionale Angelegenheit: Die Boniswiler legten ihr Veto gegen den Abriss ein.

Die Mehrheit war der Meinung, dass die Schmiede kein Verkehrsproblem darstelle, einen Unfall habe es noch nie gegeben. Hinzu kam, dass bei einem Abriss der ganze Platz hätte neu gestaltet werden müssen – auf Gemeindekosten.
Also liess der Gemeinderat ein neues Nutzungskonzept erarbeiten, das an der kommenden Gemeindeversammlung vom 29. November vorgestellt wird. Es sieht vor, dass die Alte Schmiede zum Buswarteraum wird, in dem die Fahrgäste bei schlechter Witterung Unterschlupf finden.

Mehr noch: Die alten Werkzeuge wie Amboss und Esse werden hinter einer Glaswand, «quasi in einer raumgrossen Vitrine», zu bewundern sein. So bleibt ein Stück Handwerksgeschichte erhalten.

Auch die Busfahrgäste dürfen sich freuen: Sie verbringen die Wartezeit künftig in der Atmosphäre eines Heimatkundemuseums. Und dies dank des Einbaus von Bänken erst noch bequem und gemütlich.
Der neue Vorschlag ist nicht ganz billig: 100 000 Franken wird die Sanierung der Schmiede voraussichtlich kosten. Die grössten Posten sind für die Fassadensanierung und den Vitrinenbau eingeplant. Nicht der ganze Betrag geht zulasten der Gemeinde: Boniswil darf einen Zustupf von 30 000 Franken aus dem Swisslosfonds erwarten.

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