Petition
Dicke Post für Regierungsrat Hürzeler: Fahrwanger wehren sich gegen Bez-Schliessung

Die Fahrwanger wollen die Schliessung ihrer Bez nicht kampflos hinnehmen. Eine Petition an Regierungsrat Hürzeler hängt öffentlich zum Unterzeichnen auf.

Katja Schlegel
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Von der Schliessung wären rund 130 Kinder betroffen.

Von der Schliessung wären rund 130 Kinder betroffen.

Toni Widmer

Ende Oktober fiel der Entscheid des Regierungsrates: Von den drei Bez-Standorten im Seetal wird der Standort Fahrwangen spätestens im Sommer 2022 geschlossen. Seengen und Seon können ihre Bez behalten. Ein Entscheid, der auf viel Unverständnis stösst. «Es ist einfach ein absolut unverständlicher Entscheid. Ausgerechnet die grösste der drei Bezirksschulen im Seetal soll schliessen», sagte Patrick Fischer, Gemeindeammann der Standortgemeinde Fahrwangen und Präsident der Kreisschule nach Bekanntwerden des Entschlusses gegenüber der az.

Jetzt regt sich auch breiter Widerstand in der Bevölkerung. So hing letzte Woche ein Brief im Coop Fahrwangen zur Unterzeichnung aus. Die Betreffzeile: «Nein zur Schliessung der Bez Fahrwangen». Der Empfänger: Regierungsrat Alex Hürzeler. Wer den Brief aufgesetzt hat, geht aus dem Schreiben nicht hervor, als Absender werden «die Einwohner der Gemeinden Bettwil, Fahrwangen, Meisterschwanden und Sarmenstorf» genannt.

Das sind die drei aktuellen Schulverbände mit je einer Bezirksschule.

Das sind die drei aktuellen Schulverbände mit je einer Bezirksschule.

Die Bezirksschule Fahrwangen verschwindet auf der Oberstufenkarte im oberen Seetal spätestens ab Sommer 2022 (Anfang Schuljahr 2022/23). Die Schulkreise im oberen Seetal werden dann neu definiert.

Die Bezirksschule Fahrwangen verschwindet auf der Oberstufenkarte im oberen Seetal spätestens ab Sommer 2022 (Anfang Schuljahr 2022/23). Die Schulkreise im oberen Seetal werden dann neu definiert.

NCH/MTA

«Rechnung geht nicht auf»

Der Ton ist angriffig: «Sie wollen motivierte, erfahrene und gut ausgebildete Lehrer auf die Strasse setzen, und riskieren damit die Abwanderung auch dieser in die benachbarten Kantone zu fördern; eine Abwanderung, die wie Ihnen sicherlich nicht entgangen sein dürfte, im Zuge der Sparmassnahmen im Schulwesen des Kantons Aargau bereits seit einigen Jahren zu fehlenden Fachkräften an unseren Volksschulen geführt hat.»

Die Verfasser werfen Hürzeler vor, er habe sich die Situation vor Ort gar nicht erst angesehen, und weder mit der Lehrerschaft, noch der Bevölkerung den Dialog gesucht. Ansonsten, so die Verfasser, wüsste er, vor welche kniffligen Herausforderungen die Gemeinden, Schüler, Lehrer, Eltern, Grosseltern und sonstigen Betreuer mit der Schulschliessung gesetzt würden. «Ein weiterer kurzsichtiger politischer Schreibtischstuhlentschluss also, mit noch nicht ganz absehbaren Folgen.» Weiter ärgern sich die Verfasser über die Raumnot an anderen Bez-Standorten, über fehlende Busverbindungen, über die fehlende Möglichkeit eines Mittagessens zu Hause und damit die Mehrkosten für auswärtige Verpflegung, über zusätzliche Kosten für Velowege und Busbillette.

Die Verfasser schliessen mit der Feststellung: «Die Rechnung geht auf der ganzen Linie nicht auf. Das Geld, das Sie mit einer solchen Schulschliessung einsparen wollen, wird die Kosten, die deswegen auf Sie und damit auf alle Bürger des Kantons und der Gemeinden zukommen werden, nicht decken können, im Gegenteil.» Und sie betonen noch einmal: «Wir wehren uns gegen den Entschluss zur Schliessung der Bez Fahrwangen.»

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