Staffelbach
Der Wind soll in Staffelbach weiter oben gemessen werden

Für das geplante Windrad weht zu wenig Wind auf 50 Meter Höhe. Nun soll der Wind auf einer Nabenhöhe von 112 Metern gemessen werden.

Sabine Kuster
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Seit Juli dieses Jahres messen Niklaus Walther und Ruedi Müller auf dem Chalt bei Staffelbach den Wind. Mit mindestens 4,5 Metern pro Sekunde soll er im Durchschnitt blasen, damit ein Windrad gebaut werden darf – so die Richtlinie des Bundes. Der Richtplan des Kantons Aargau schreibt aber zudem vor, dass diese Geschwindigkeit auf einer Höhe von 50 Metern ab Boden gemessen werden soll.

Die Initianten Niklaus Walther und Ruedi Müller messen den Wind zwar erst seit vier Monaten, aber schon jetzt ist klar: Auf 50 Metern weht der Wind auf dem Chalt kaum stark genug. Deshalb will Walther nun erreichen, dass auf Nabenhöhe gemessen werden muss. «Unser Windrad wird auf einer Nabenhöhe von 112 Metern drehen, dort ist der Wind stärker», sagt Walther. «Eine tiefere Messung wird der Praxis nicht gerecht und verhindert die Weiterentwicklung.»

Walther hat deshalb eine Eingabe zum kantonalen Richtplan gemacht. Bis zum 23. Dezember kann die Bevölkerung online auf www.ag.ch/raumentwicklung Vorschläge zur anstehenden Gesamtrevision des Richtplans machen.

Ziel: Realisierung in fünf Jahren

«Nicht überall sollen Windkraftanlagen stehen», sagt Walther, «aber an gewissen Orten sollen sie erlaubt sein.» Er findet, der Chalt sei ein guter Standort. «Hier oben bläst der Wind so heftig, dass es Ziegel von den Dächern fegt», hatte er vor einem halben Jahr den Projektstart begründet. Das Windrad soll in drei bis fünf Jahren stehen – auf einem Gitter- oder Stahlrohrmast. Die Initianten sind der Ansicht, er würde sich neben den Hochspannungsmasten optimal ins Landschaftsbild einfügen. Für die zwischen fünf und sechs Millionen teure Anlage suchen sie Investoren.

Es wäre das zweite Windrad im Kanton, und das erste grosse. Das kleine Windrad von Urs Wölfli in Schmiedrued dreht seit knapp einem Jahr (Text links). «Langsam geschieht im Aargau etwas», kommentiert er die laufenden Projekte.