Meisterschwanden

Der Weltmeister aus Meisterschwanden: «Dieser Sieg ist für mich etwas Unbeschreibliches»

Alec Leu trainiert auswärts und hier im eigens eingerichteten Raum in seinem Elternhaus.

Alec Leu trainiert auswärts und hier im eigens eingerichteten Raum in seinem Elternhaus.

Seit zwei Wochen darf sich der 15-jährige Alec Leu Kickboxing-Junioren-Champion nennen. Es sollen noch viele Titel folgen.

«Ich habe schon viele Kämpfe gewonnen, auch an grossen Turnieren. Dieser Sieg ist für mich jedoch etwas Unbeschreibliches», erklärt Alec Leu. Vor rund zwei Wochen errang der 15-Jährige seinen ersten Kickboxing-Weltmeister-Titel in der Disziplin «Light Contact».

Seit sechs Jahren widmet sich Alec dem Kickboxen. Gerne hätte er damit früher begonnen, doch seine Eltern waren dagegen. «Alec hat im Alter von fünf Jahren mit Judo angefangen. Wir wollten, dass er zuerst die Grundlagen des Kampfsportes lernt, bevor er etwas Neues macht», erklärt Vater Roger Leu.

20 Sekunden, um den Gegner einzuschätzen

Auch im Judo war Alec erfolgreich, schaffte es sogar in das kantonale Kader. Als er aber dann zusätzlich noch mit dem Kickboxen anfing, musste sich der junge Kampfsportler für eine Sportart entscheiden. «Alec war eigentlich nur noch mit Trainieren beschäftigt», sagt seine Mutter Nadja Leu.

Es sei nötig gewesen, dass er sich auf eine Sportart fokussiere. «Ich bin davon überzeugt, dass Alec die Erfahrungen im Judo auch für das Kickboxen helfen und sie ihn zu einem kompletteren Kampfsportler machen», erklärt sein Vater.

Heute trainiert der 15-Jährige vier Mal pro Woche. Dazu kommt Kraft- und Konditionstraining im eigens eingerichteten Dojo im Keller des Wohnhauses. «Das mentale Training ist genauso wichtig wie das körperliche», erklärt Alec Leu. Bei einem Kampf müsse man den Gegner innert 20 Sekunden lesen können, um zu wissen, wie man ihn besiegen könne.

Ein Kampf dauert zwei Minuten. «Zeit zum Überlegen bleibt nicht, die Schläge müssen instinktiv kommen. Wenn man überlegt, hat man praktisch schon verloren», so Alec. Damit das instinktive Kämpfen gelingt, trainiert der Kickboxer seine Technik stundenlang. «Ein ehemaliger Trainer hat uns zuerst über mehrere Stunden nur an unserer Technik arbeiten lassen, bis wir am regulären Training teilnehmen konnten.» Er habe aber auch bald gemerkt, wie sich durch das intensive Praktizieren seine Bewegungsabläufe verbessert hätten.

«Noch mehr Weltmeistertitel»

Bleibt bei dem vielen Training noch Zeit für andere Hobbys? «Überraschenderweise ja, ich habe aber auch das Glück, dass mich meine Eltern sehr unterstützen», erklärt Alec Leu. «Zudem braucht es Spass am Sport. Ohne geht gar nichts.» Was gibt es noch zu gewinnen, wenn man schon einen Weltmeistertitel hat? «Noch mehr Weltmeistertitel», erklärt der Schüler und schmunzelt. Am liebsten wolle er auch noch in der Disziplin «Point Fighting» einen Einzeltitel gewinnen, was ihm und seinen Kollegen ihm Einzelkampf bereits gelungen ist.

Nebst seiner sportlichen Zukunft plant Alec Leu auch seinen beruflichen Werdegang. Im kommenden Sommer macht er seinen Abschluss an der Bezirksschule und beginnt eine Ausbildung zum Elektroinstallateur.

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