«Wir hatten ein wenig Angst, dass nach dem Film ‹People Talk› nichts mehr geht», räumt Emil Klaus ein. Er ist Mitglied der Steuergruppe «Lenzburg 9–99» und Leiter des Bezirksschulhauses Angelrain.

Ein neues Projekt der Lenzburger Jugendarbeit, das diese Befürchtung zerstreuen soll, startet in diesen Tagen und entstand gemäss Jugendarbeiterin Kathrin Wohlgemuth innerhalb der Steuergruppe: Schüler sollen den Bauzaun, der auf dem Angelrainareal die Baustelle für das neue Mühlemattschulhaus abschirmt, mit Spraykunstwerken zu den Themen «Jung und Alt» sowie «Littering» verzieren.

«Viele Erwachsene haben ein zu schlechtes Bild von den Jugendlichen», ist Wohlgemuth überzeugt: «Mit dem Projekt ‹Bauzaun› wollen wir ihnen hier Gelegenheit geben, etwas Positives zu machen.» «Statt immer nur Stopp zu sagen, heisst es hier nun: Ihr dürft!», formuliert es Klaus.

Aktionstag heute in zwei Wochen

Die zwei, zusammen rund 150 Meter langen Bauzäune sind noch unversehrt. Die «unschuldig weissen Flächen» sollen sich, so Klaus, in «eine farbige Abschrankung» verwandeln. Dies passiert in zwei Etappen: In einer ersten Phase wurden die Schulklassen angeschrieben. Bereits haben sieben Primarschulklassen und eine Oberstufenprojektgruppe ihre Teilnahme angekündigt. Gerade von Oberstufenschülern erhoffen sich die Verantwortlichen noch mehr Resonanz.

Zum Zweiten findet heute in zwei Wochen, am Mittwoch, 21. September, ein Aktionstag beim Bauzaun statt. Der bekannte, in Aarau geborene Strassenkünstler Malik Furer wird in die Graffiti-Kunst einführen. Um 17 Uhr gibts die offizielle Vernissage, wobei auch nachher noch gesprayt werden darf – wenns denn noch weisse Flächen hat.