Lenzburg

Der Verein Phönix nimmt IV-Bezüger unter seine Fittiche

Küchenchef Ralf Krauter, Gastro-Medaillengewinner Maria-Angeles Martinez und Christ François und Institutionsleiter Johannes Marhenke vom «Phönix»(v.l.)

Küchenchef Ralf Krauter, Gastro-Medaillengewinner Maria-Angeles Martinez und Christ François und Institutionsleiter Johannes Marhenke vom «Phönix»(v.l.)

Der Verein Phönix bietet handicapierten Menschen begleitete Lehrgänge in der Gastronomie an. Mit Erfolg, wie der Medaillensegen kürzlich zeigte.

Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und psychischen Erkrankungen haben auf dem Lehrstellenmarkt kaum eine Chance. Der im Februar 2013 gegründete Verein Phönix bietet IV-Bezügern die Möglichkeit, im Gastrogewerbe Fuss zu fassen.

Gemeinsam mit der Invalidenversicherung (IV) zeigte «Phönix« vorgestern, wie 15 Lernende im vereinseigenen Restaurant eine begleitete Ausbildung in den Bereichen Küche und Hauswirtschaft absolvieren können. «Unser Ziel ist es, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung ein würdiges und möglichst selbstgestaltetes Leben führen können», sagt Institutionsleiter Johannes Marhenke. «Phönix» bietet seinen Klienten verkürzte Lehrgänge mit verstärkter persönlicher Betreuung und einem vereinsinternen Schulbetrieb.

Obwohl es sich bei dieser Ausbildung um keine reguläre Lehre handelt, haben die Absolventen laut Marhenke gute Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg im Gastrogewerbe. «Unser erster Lehrabgänger hat eine Stelle in einem Restaurant gefunden.» Eine persönliche Erfolgsgeschichte schrieben kürzlich auch zwei aktuelle Phönix-Lernende. Am «Wettbewerb Aargauer Gastro-Lernende» im Januar gewann Christ François Silber für seine Dessert-Kreationen und Maria-Angeles Martinez Bronze für besonders aufmerksamen Service.

Partnerschaft mit der IV

Der wichtigste Partner des «Phönix» ist die IV. Sie weist dem Verein geeignete Klienten zu und finanziert das Restaurant grösstenteils. «Ohne die IV gäbe es uns gar nicht», sagt Marhenke. Allerdings steht die IV, wie so viele andere, unter Spardruck. Das bekam laut Marhenke auch das «Phönix» zu spüren. «Anfänglich hatten wir grosse finanzielle Probleme und standen kurz vor der Insolvenz. Die Spenden von Stiftungen haben uns gerettet.» Heute gehe es dem «Phönix» gut, sagt Marhenke. Er überlegt sich, das Restaurant künftig auch abends zu öffnen.

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