Seon

Der Tüftler und seine Armaturen: Bei Urs Jäger gibt es Sprudelwasser aus der Leitung

Sprudelwasser auf Knopfdruck gibt’s mit der von Urs Jäger entwickelten Armatur.

Sprudelwasser auf Knopfdruck gibt’s mit der von Urs Jäger entwickelten Armatur.

Seit 34 Jahren ist Urs Jäger in Seon mit seiner Firma Soda Fresh AG im Geschäft rund ums Wasser. Er entwickelt etwa Armaturen für Sprudelwasser und setzt dabei ganz auf Nachhaltigkeit.

Auch nach über 20 Jahren im Geschäft mit Wasserarmaturen ist Urs Jäger die Begeisterung für seine Kreationen immer noch anzusehen. Zum Beispiel dann, wenn er 100 Grad heisses Wasser aus dem Wasserhahn fliessen lässt. Stolz präsentiert er die neuste Armatur, die sein Team während der vorsorglichen Quarantäne entwickelt hat. «Wir mussten weder Kurzarbeit anmelden, noch haben wir einen Kredit beantragt», so der 61-Jährige.

Urs Jäger gründete die Firma Soda Fresh vor 32 Jahren zusammen mit seiner Frau Margrit. Zuerst fokussierte er sich auf den Vertrieb von Soda Stream. «Wir vertrieben über 100'000 Produkte pro Jahr und konnten unsere Zahlen kontinuierlich steigern», sagt Jäger. Doch dann wurde die Firma Soda Stream verkauft und der neue Eigentümer beschloss, den Vertrieb selber zu übernehmen.

Alltägliche Gegenstände als Inspiration

Urs Jäger orientierte sich neu und entschloss sich den Fokus seiner Firma auf Armaturen zu legen. «Ich habe schon immer gerne entwickelt und rumgeschraubt», erklärt er. In seiner Freizeit bereitet er Autos aus der Vorkriegszeit auf. Jäger spezialisiert sich bei seinen Entwicklungen auf die obere Preisklasse. «Wir mussten uns entscheiden, ob wir auf Quantität oder Qualität setzen möchten, wir entschieden uns für die Qualität», so der Entwickler. So lässt sich aus den Wasserhähnen nicht nur warmes kaltes oder gefiltertes Wasser fliessen. Auf Knopfdruck gibt es auch Sprudelwasser oder Wasser, das bereits auf 100 Grad erhitzt ist.

Die Entwicklung der Armaturen geschieht in Seon. Die Produktion grösstenteils in der Schweiz und in Europa. Jäger lässt sich dabei gerne von alltäglichen Gegenständen inspirieren. «Nach einer Verletzung an der Schulter erhielt ich ein Gelkissen zur Kühlung», dieses Prinzip haben wir für die Kühlung des Wassers übernommen», erzählt er. Plastikflaschen sind dem Unternehmer ein Graus: «Wir arbeiten seit Jahren daran, die PET-Flaschen zu verbannen», sagt er. Die Firma Soda-Fresh ist seit 2017 nicht mehr auf fossile Brennstoffe angewiesen: «Ich hatte den ersten Tesla Model S, der in der Schweiz eingelöst wurde», sagt Jäger nicht ohne Stolz. «Mehr Nachhaltigkeit geht, wenn man es wirklich möchte.» Einfach sei es nicht immer: «Wenn ich einen Montageauftrag im Tessin habe, muss ich planen, wo ich das Auto an den Strom hängen kann.»

Montage- und Reparaturaufträge macht der Unternehmer auch heute noch. «Das hilft mir, um bessere Produkte zu entwickeln.» In der Zukunft möchte Jäger die Soda Fresh AG in neue Hände übergeben. «Wir sind momentan dabei die Nachfolgeregelung zu verhandeln», so Jäger. Schwer fallen werde ihm dies sicher, «aber es muss ja weitergehen». Jäger plant die Firma nicht gänzlich zu verlassen: «Ich würde gerne in beratender Funktion am Rande mitarbeiten», sagt er.

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