Rupperswil

Der Stellenplan birgt Zündstoff – darüber muss die Gemeindeversammlung befinden

Ruedi Hediger, Gemeindeammann: «Das Wachstum hat seinen Preis. Es ist nicht zum Nulltarif zu haben.»

Ruedi Hediger, Gemeindeammann: «Das Wachstum hat seinen Preis. Es ist nicht zum Nulltarif zu haben.»

Die Gemeindeversammlung in Rupperswil hat über einen massiven Stellenausbau in der Verwaltung in den kommenden Jahren zu befinden.

Für Gemeindeammann Ruedi Hediger ist das Fass am Überlaufen. Die Überstunden in der Gemeindeverwaltung häufen sich, das Verwaltungspersonal ist am Anschlag. Die heutigen Aufgaben, so der Gemeinderat, können nicht mehr vollumfänglich und fristgerecht erledigt werden. Der Ammann ergänzt: «Es kann nicht sein, dass um 20 Uhr in gewissen Büros regelmässig noch das Licht brennt.»

Der Gemeinderat will deshalb handeln. Auf der Traktandenliste der Gemeindeversammlung vom kommenden Freitag steht die Anpassung des Stellenplans für die Gemeindeverwaltung. Die beantragte Erhöhung ist massiv: 340 Stellenprozente, aufgeteilt auf diverse Verwaltungsabteilungen. Zum Vergleich: Die bisherige Verwaltungsmannschaft (Administration) umfasst 1290 Stellenprozente. Der Antrag kommt einer Erhöhung des Personaletats um gut 26 Prozent gleich. Hediger erwartet, dass das Geschäft an der Gemeindeversammlung auf einigen Widerstand stossen und zu Diskussionen führen wird.

Seit dem Jahr 2000 um 46 Prozent gewachsen

Die Aufstockung des Gemeindepersonals steht in direktem Zusammenhang mit der Bevölkerungszunahme in der Gemeinde. Zur Jahrtausendwende zählte Rupperswil 3770 Einwohner. Ende August dieses Jahres waren es deren 5500. Das sind 1730 Personen mehr, was einem Plus von 46 Prozent entspricht: Dieses Wachstum ist nichts anderes als ein Spiegel des Baubooms der vergangenen Jahre in der Gemeinde. Neue Überbauungen, ja ganze Quartiere, wie Hobrüti, Langacker, Steinacker und Schweizi sind in dieser Zeit aus dem Boden geschossen.

2015 hatte der Gemeinderat eine Verwaltungsanalyse durchführen lassen. Gestützt darauf wurde die Bauverwaltung als eigenständige Abteilung geführt und die Stelle einer Leitung Planung, Hochbau und Liegenschaften geschaffen. Sie wurde von der Sommergmeind 2016 bewilligt. Auf eine Anpassung der Pensen in andern Abteilungen wurde damals verzichtet. Die Verwaltungsanalyse basierte auf einer Einwohnerzahl von knapp über 5000 Personen. In der Zwischenzeit ist die Bevölkerung nochmals um zehn Prozent gestiegen. Nun will der Gemeinderat handeln. Für Ammann Hediger ist klar: «Mehr Einwohner bedeutet auch mehr Arbeit. Das Wachstum hat seinen Preis. Es ist nicht zum Nulltarif zu haben.»

Obwohl der Gemeinderat die Stellenaufstockung von 340 Prozent in einem Schritt beantragt, will er die Pensenerhöhungen schrittweise umsetzen: Die Gemeindekanzlei (aktuell 200 Prozent) ist ab 2021 um 20 Prozent aufzustocken. Die Abteilung Soziale Dienste (aktuell 200 Prozent) soll in zwei Schritten um 100 Prozent ausgebaut werden (80 Prozent im 2020, 20 Prozent im 2021), die Abteilung Finanzen und Informatik (aktuell 250 Prozent) um 20 Prozent im 2021 und die Steuerabteilung (aktuell 290 Prozent) um 20 Prozent im 2021. Etwas speziell präsentiert sich die Situation beim Betreibungsamt (aktuell 100 Prozent). Die beantragte Aufstockung dieser Abteilung von total 80 Prozent wurde bereits vor zwei Jahren schrittweise eingeleitet. Die restlichen 20 Prozent sind ab 2020 budgetiert. Auch die im Jahr 2016 verselbstständigte Bauverwaltung ist bereits wieder am Anschlag. Die heute mit 100 Prozent dotierte Abteilung soll in zwei Etappen verdoppelt werden (60 Prozent im 2020 und 40 Prozent im 2021).

Budget 2020 mit einer halben Million Minus

Hediger hofft, dass die Gmeind am Freitag der Anpassung des Stellenplans zustimmt. Sollte dies nicht der Fall sein, habe dies massive Konsequenzen zur Folge. «Der Auftrag kann dann nicht mehr erfüllt werden», befürchtet der Ammann.

Mit der ab kommendem Jahr budgetrelevanten Aufstockung des Personals schliesst das Budget 2020 mit einem Verlust von 516700 Franken bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 97 Prozent.

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