Die Gesellschaft zum Falken und Fisch, der Förderverein von Schloss Hallwyl, hat mit der Finanzierung von Restaurierung und Erforschung des grossen Familien-Stammbaums erstmals in seiner noch jungen Geschichte einen namhaften Beitrag geleistet.

Nun standen die Falken-und-Fisch-Mitglieder vor dem von den beiden Zürcher Experten Nicolas Boissonas und Françoise Pictet restaurierten Hallwyl-Stammbaum. Und sahen kaum mehr als vorher. Die dreimal drei Meter grosse Leinwand mit rund 1000 Namen und Wappen wurde lediglich «bewahrend fixiert», wie Rudolf Velhagen, Leiter der Historischen Sammlung von Museum Aargau, an der Vernissage ausführte: «Dies ist weniger spektakulär und weniger amerikanisch.»

Wenig Frauen, wenig Protestanten

Wesentlich spannender ist die Broschüre, in der Sarah Caspers und Thomas Frei wissenschaftliche Erkenntnisse rund um den Stammbaum in einer volkstümlichen Sprache festhalten. «Je mehr man weiss, desto grösser wird das Interesse», umschrieb Caspars ihre Erfahrungen während der Forschung rund um die Hallwyl-Vorderen, die allerdings dadurch erschwert wurde, dass rund die Hälfte der Stammbaum-Einträge unleserlich blieben.

Interessant sind allgemeine Erkenntnisse. So kommen sehr wenig weibliche Vertreterinnen vor: Nur einer der total 25 Bogen aus sieben Hallwyl-Generationen ist einer Frau gewidmet. Auch schwächer vertreten ist der protestantische Zweig, was mit der höheren gesellschaftlichen Bedeutung der Katholiken zusammenhängt. Doch nur die protestantische Linie überlegte bis heute, was Caspars zur Bemerkung verleitete: «Es braucht eben auch andere als wirtschaftliche Potenz.»

Thomas Frei lud mit einigen Tipps die Vernissage-Gäste ein, doch selbst einen eigenen Stammbaum zu erarbeiten. Gesellschaftspräsidentin Nelli Ulmi-Hegnauer ist hier schon einen Schritt weiter: «Durch Patenschaften habe ich Verbindungen von meinen Ahnen und Hallwyl-Vertretern herausgefunden.»