Der letzte Sommer war ein Rekordjahr für die Badi Walkematt, das beste seit dem Hitzesommer 2003. Nach Saisonende im Herbst folgte dann der Dämpfer: Die Folie, die das Betonbecken auskleidet und das Wasser darin hält, hatte ein Loch. Erst ging man von einem Leck aus, dass man hätte flicken können. Jetzt musste aber die ganze Folie für rund 180 000 Franken ersetzt werden. Letzten Freitag wurden die Arbeiten beendet.

Daniel Käppeli, Leiter Unterhalt der Stadt Lenzburg, und Badmeister Christof Hübscher stehen vor dem Becken mit der neuen Folie. Gerade wird es geputzt, strahlt in hellem Blau. Später wird wieder Wasser eingelassen. «Wir wussten schon während der letzten Saison, dass irgendwo ein Makel besteht. Welche Ausmasse das Leck hat, war uns aber nicht bewusst», sagt Hübscher.

Durch die vielen Besucher musste viel Frischwasser nachgefüllt werden, was die ungewollte Ausflussmenge kaschierte. «Erst als die Saison zu Ende war und kein Wasser mehr zugefügt wurde, sahen wir, dass der Pegel immer mehr sank.» Erst dachte man an undichte Leitungen. Später wurde klar: Es ist die Folie.

Die alte Folie zusammengerollt.

Die alte Folie zusammengerollt.

Rücksicht auf die Gesundheit

«Die Folie litt an Altersschwäche», sagt Daniel Käppeli. «Sie wurde 1992 eingebaut und bestand aus Polyvinylchlorid (PVC). Darin ist 40 Prozent Weichmacher enthalten, der mit den Jahren ausgeschwemmt wird. Deswegen bröckelte die Folie vor sich hin.» Zuerst wurde überprüft, ob man die Folie flicken könne. Doch das Risiko, dass sie an einer anderen Stelle wieder reissen wird, war zu hoch. Und auch die Gesundheit der Badegäste spielte eine Rolle bei der Entscheidung, eine neue Folie einbauen zu lassen. «Der Weichmacher im PVC ist gesundheitsschädigend. Einige Länder haben PVC-Folien sogar verboten», so Käppeli.

In der Schweiz ist der Einbau von PVC-Folien noch erlaubt. Trotzdem haben sich die Verantwortlichen für das teurere, aber unschädliche Material Polyolefinen (FPO) entschieden. «FPO enthält keinen Weichmacher und soll mit 40 Jahren fast doppelt so lange halten wie PVC», so Käppeli. Vor der Entscheidung für eine FPO-Folie war noch vom Wunsch eines Chromstahlbeckens die Rede. «Das wäre toll gewesen», sagt Badmeister Hübscher. «Diese Becken sind nachhaltig und können geflickt werden. Doch ein Chromstahlbecken kostet 600 000 Franken, das hätte nicht rentiert.»

Folie ist nur 1,5 Millimeter dick

Die Sanierung der Folie war im Finanzplan der Stadt eigentlich erst für das Jahr 2023 angesetzt. «Wir haben den Stadtrat aber immer wieder daran erinnert, dass die Folie bald kaputt gehen wird», sagt Käppeli. Im Oktober genehmigte der Stadtrat den Betrag «ohne Murren». Die Arbeiten begannen. Erst wurde die alte Folie herausgerissen und dann Makel im Becken saniert, wie Risse im Beton. Später wurde zwischen Becken und Folie Fliess verlegt, der als Puffer dient. Darauf liegt nun die neue, blau eingefärbte Folie, die nur 1,5 Millimeter dick ist und über 1000 m2 Fläche abdeckt.

Badmeister Hübscher ist zufrieden. Er freut sich vor allem darüber, dass eine Metermarkierung auf den Beckenboden gemalt wurde. «Dann können sich die Schwimmer besser orientieren und wissen, wo die Hälfte des Beckens ist.» Auch die Desinfektionsanlage wurde für 15 000 Franken saniert. Das sind nicht die einzigen Neuerungen in der Badi Walkematt. Auf was genau sich die Besucher freuen können, will Badmeister Hübscher aber erst an der Eröffnung der neuen Saison verraten.