Lenzburgiade

Der Sommer blieb zwischen den Pfosten

Warum Susanne Hochuli an der feierlichen Eröffnung der Lenzburgiade über Fussball sprach,

Der Himmel war gestern Abend beim Auftakt zur 8. Lenzburgiade das allgegenwärtige Thema. Oder eher: Das, was er seit Tagen auf uns prasseln lässt. Zum wiederholten Mal musste das Eröffnungskonzert wetterbedingt aus dem Schlosshof hinein in den Rittersaal verlegt werden. So fragte «Land-Amme» Susanne Hochuli in ihrem Grusswort sinnigerweise: «Wie um Himmels willen soll ich Sie sommerlich begrüssen, wenn der einzige Sommer, den wir in der Schweiz haben, in Frankreich zwischen zwei Pfosten steht?»

Mit der Anspielung auf Yann Sommer, Torhüter der Schweizer Fussballnationalmannschaft, sorgte Hochuli für heiteres Gelächter. Die Interpreten des Abends – elf an der Zahl – läsen sich wie die Aufstellung einer Fussballmannschaft: Rondeau, Dunford, Chemirani, Ghorbani, Samimi, Mohammadi, Zahawy, Wolle, Haslmayr, Dellenbach, Hochuli. «Das ist doch eine illustre Truppe, die es mit jedem EM-Team aufnehmen kann», stellte die Grünen-Regierungsrätin fest.

Das Programmheft versprach einen «märchenhaften Abend», also durchaus: ein spannendes Spiel, ohne Ball zwar, dafür mit Cembalo, gezupfter und gestrichener Laute, orientalischer Perkussion und iranischer Poesie (Konzertbericht morgen im Kulturteil).

Gastgeber Rudolf Dellenbach, CEO des Hauptsponsors Aargauische Kantonalbank und grosser Klassik-Fan, hatte sichtlich Freude. Das Einzige, was seine Laune etwas trübte, war – genau: der Himmel. «Leider ist das Wetter etwas disharmonisch. Ich hoffe, es bleibt das Einzige», sagte er. Wetterunabhängig fand auch in diesem Jahr viel Prominenz aus Politik, Kultur und Bankenwelt den Weg hinauf aufs Schloss. Etwa die neue Aargauer Staatsschreiberin Vincenza Trivigno, die am 1. Juni ihr Amt angetreten hatte.

Unter den für sie zahlreichen neuen Gesichtern fand die gebürtige Oltnerin unverhofft einen alten Bekannten: Mit Werner De Schepper, Co-Chefredaktor der Schweizer Illustrierten, hatte sie einst den Kindergarten besucht. So blieb die Stimmung dank spannender Musik und guter Kontakte trotz des dunklen Himmels hell. Und vielleicht kommt ja die Sonne für die weiteren Konzerte bis zum nächsten Sonntag doch noch hervor.

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