Lenzburg
Der Seetalbahn-Tunnel in Lenzburg wird saniert

Seit ein paar Tagen wird im früheren Seetalbahn-Tunnel gebohrt, geputzt und geteert. Die Sanierung der heutigen Unterführung kostet rund eine halbe Million Franken.

Heiner Halder
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Der Tunnel wird gereinigt und mit Spritzbetonschale abgedichtet. HH

Der Tunnel wird gereinigt und mit Spritzbetonschale abgedichtet. HH

Vor 140 Jahren unterquerten Fuhrwerke den Bahndamm zum Gaswerk, ab 1895 nutzte die Seetalbahn den Durchstich, bis 2005 ratterten noch Güterzüge auf den Schienen und nach deren Entfernung dient das Loch seit 2006 dem Fussgänger- und Zweiradverkehr. Jetzt beginnt mit der Sanierung ein neues Kapitel in der wechselvollen Geschichte des alten Seetalbahn-Tunnels.

Das Bauwerk gehört immer noch der SBB, wurde aber nach Aufhebung der Seetalbahn der Stadt zur Nutzung mit Unterhaltspflicht abgetreten. Die Unterführung im Bereich der Werkhöfe von Städtischen Werken, Stadtbauamt und Forstdiensten Lenzia bildet die Verbindung von der Poststrasse via Chrottewäg über Parkhaus und Tunnel Erlengut zu Werkhofstrasse und Sägestrasse mit vorgesehenem Anschluss am Radwanderweg nach Niederlenz und Wildegg.

Jahrhundertealter Schmutz

In Zukunft wird diese Wegstrecke auch zur Erschliessung des dahinter liegenden Areals Malaga-Zweifel dienen, das mit der Seetalbahn-Aufhebung in den Besitz der Stadt gelangte. Hier werden Abklärungen für die Erstellung eines neuen öffentlichen Gebäudes getroffen, das künftig das Bezirksgericht, die Kantons- und die Regionalpolizei beherbergen könnte.

Nach Fertigstellung des dritten Gexi-Gleises begann die Stadt mit der Sanierungsplanung des 1870 gebauten Tunnels, wofür der Einwohnerrat im Mai 2011 einen Kredit von 450000 Franken gesprochen hat. Dieser Tage wurde mit den Arbeiten begonnen. Laut Bauamt-Tiefbauchef Christian Brenner gilt es, das Tunnelgewölbe vom Schmutz der Jahrhunderte zu reinigen, Fugen zu schliessen, überflüssige Fahrleitungshalterungen zu entfernen und vernässte Zonen zu drainieren.

Im Fachjargon tönt das so: First und Kalotte sowie Kämpfer und Ulmen sowie die «Strosse» (Gewölbe und Seitenwände) werden mit einer Spritzbetonschale abgedichtet. Die Portalkränze aus Muschelsandstein bleiben trotz Sanierung sichtbar. Die einspurige Fahrbahn wird geteert und mit einem Trottoir ergänzt. Die Bauarbeiten sollen bis Ende Mai abgeschlossen sein.

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