Birrwil
Der Schwaderhof soll eine Solaranlage bekommen

Die Genossenschaft will auf den alten Schedhallendächern Solarzellen anbringen um das öffentliche Netz der Gemeinde zu speisen. Das Projekt soll fast eine halbe Million kosten.

Barbara Vogt
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Die Solarzellen auf den alten Fabrikhallen werden Richtung Süden ausgelegt. Fotomontage: zvg

Die Solarzellen auf den alten Fabrikhallen werden Richtung Süden ausgelegt. Fotomontage: zvg

Über dem Hallwilersee liegt Nebel an diesem trüben Morgen. Das ist nicht immer so: Oft scheint im Seetal die Sonne, wenn andere Regionen über Nebel klagen.

Dieses Sonnenlicht wollen die Genossenschafter vom Schwaderhof in Birrwil nutzen und haben ein Baugesuch für eine Photovoltaikanlage eingereicht. Die Genossenschaft bewohnt die ehemaligen Räumlichkeiten einer alten Weberei. In den letzten Jahren wurden die Fabrikhallen in 25 Wohn- und Arbeitseinheiten ausgebaut und vermietet.

Die Idee für eine Solaranlage entstand, weil jemand die Dächer für Solarzellen mieten wollte. Laut Genossenschaftspräsidentin Mariann Suter sollen die Solarpanels auf drei Fabrikhallendächern angebracht werden. Die optimal nach Süden ausgerichteten Scheddachflächen würden beste Voraussetzung für eine effiziente Stromproduktion bieten, sagt sie. «Die Dächer können beinahe zur Hälfte mit Solarzellen eingedeckt werden. Damit produzieren wir eine Menge Strom.» Der jährliche Ertrag liege bei rund 140000 Kilowattstunden, das reiche für 30 Einfamilienhäuser oder 50 Wohnungen.

Beinahe halbe Million Investition

Der Schwaderhof möchte den Ökostrom in das öffentliche Netz der Gemeinde einspeisen. Das Elektrizitätswerk Reinach habe dem Schwaderhof bereits ein Abnahmevertrag für fünf Jahre zugesichert (siehe «EWS Reinach: nutzt Sonne und Wasser»).

Mariann Suter hofft, dass die Schwaderhof-Mieter der Philosophie der Genossenschaft nachkommen und Naturstrom beziehen werden. «Vorschreiben können wir das aber niemandem.»

Der Schwaderhof erhofft sich auch eine kostendeckende Einspeisevergütung durch den Bund und hat ihr Solarprojekt bei der Nationalen Netzgesellschaft Swissgrid angemeldet. Die Warteliste ist lang, 9000 Gesuche liegen vor. Das Solarprojekt ist nicht ganz billig: Rund 465000 Franken kostet das Vorhaben. «In 15 Jahren haben wir praktisch einen vollen Ertrag, in 30 Jahren ist die Anlage amortisiert», rechnet die Genossenschaftspräsidentin.

Das Baugesuch für die Photovoltaikanlage liegt noch bis 7. Februar auf. Gleichzeitig mit der Montage der Solarpanels sollen die Dächer der ehemaligen Weberei mit neuen Ziegeln und Verglasungen ausgestattet werden. Die Genossenschaft hofft, in diesem Sommer mit den Bauarbeiten beginnen zu können.

Ortsbildschutz unterstützt den Bau

Weil der Schwaderhof am Hallwilersee liegt, tangiert das Solarprojekt den Ortsbild- und Landschaftsschutz. Der Landschaftsschutzverband Hallwilersee baut jedoch keine Hürden: «Aus energetischer Sicht finden wir die Photovoltaikanlage positiv», sagt Präsident Erich Leuthold. «Weil die Anlage Richtung Süden, also quer zum Hang gebaut wird, spiegeln sich die Solarzellen nicht auf der Wasseroberfläche.» Da hätten die Plastikabdeckungen Richtung See schon grössere Auswirkungen.